Willenskraft vs. Struktur

Immer und überall liest und hört man, dass man und Disziplin braucht, um erfolgreich zu sein, bzw. seine Ziele zu erreichen. In diesem Zusammenhang wird dann meistens noch davon gesprochen, dass man oder Disziplin trainieren kann wie einen Muskel. So trainiere ich jetzt schon seit vielen Jahren, aber so richtig zufrieden bin ich damit nicht. Vor ca. einiger Zeit bekam ich dann das erste Mal die Idee, dass das nicht alles sein kann. schön und gut, aber es muss doch auch einfacher gehen.

Vor kurzem habe ich eine Studie gelesen, die nachgewiesen hat, dass es sogar nachteilig sein kann mit Willenskraft Ziele zu erreichen. Studenten wurde gesagt, dass diese eine Studie über „Essens Wahrnehmung“ ist.  Voraussetzung war, dass sie mindestens 3 Stunden vor der Studie nichts gegessen habe und so leicht hungrig waren. Sie wurden in einen Raum geführt, in dem auf einem Tisch 2 Schüsseln standen. In der einen Schüssel waren frisch gebackene und noch warme Schokoladenkekse und in der anderen Schüssel Radieschen. Die vermeintliche Story war, dass beides angeblich unterschiedlich im Geschmack ist und sie am nächsten Tag gefragt werden, wie ihre Erinnerung an den Geschmack ist. So wurde der einen Hälfte Studenten gesagt, sie dürften 3 Kekse essen, während der anderen Hälfte gesagt wurde, sie dürfen 3 Radieschen essen. Währenddessen haben die Forscher den Raum verlassen, so dass die Radieschenesser die Möglichkeit hatten auch einen der lecker duftenden Kekse zu essen. Erstaunlicherweise hat das keiner getan. Obwohl sie die leckeren Kekse gerochen haben und hungrig waren, haben sie gemacht was ihnen gesagt wurde und nur die Radieschen gegessen. Das ist genutzte Willenskraft.

Willenskraft und ihr Nachteil

Danach war die Studie offiziell vorbei und eine andere Gruppe von Forschern betrat den Raum mit einer Studie, die vordergründig mit der vorherigen in keinem Zusammenhang stand. Sie wollten herausfinden, wer besser im Lösen von Problemen ist, Studenten oder angehende Abiturienten. Das forderte die Studenten heraus und sie wollten sich beweisen. Sie sollten komplizierte Puzzle lösen, die eigentlich gar nicht zu lösen waren. Sie hatten beliebig viele Versuche, um es zu versuchen. Die Keksesser verbrachten im Durchschnitt 19 Minuten mit dem Problem und versuchten es 34 mal das Problem zu lösen. Die Radieschenesser, die sich vorher mit Willenskraft davon abhalten mussten die Kekse zu essen, verbrachten im Durchschnitt 8 Minuten mit dem Problem und versuchten es nur 19 mal es zu lösen. Das ist weniger als die Hälfte der Zeit.

Das Ergebnis der Studie und vieler anderer Studien ist, dass wir für Willenskraft einen Preis zu zahlen haben. Willenskraft bzw. Selbstdisziplin ist eine sich erschöpfende Ressource. Auch da funktioniert der Vergleich mit einem Muskel. Geht man in ein Fitnessstudio und macht Bankdrücken, dann geht die erste Wiederholung noch sehr leicht. Mit jeder Wiederholung wird der Muskel mehr und mehr ausgepowert und irgendwann geht keine Wiederholung mehr und der Muskel benötigt erstmal einige Zeit, um sich zu erholen. Genauso läuft es mit der Selbstdisziplin. Die Radieschenesser haben ihren Selbstdisziplinmuskel schon stark benutzt und konnten in der danach folgenden Studie einfach nicht mehr. zwingst Du Dich als mit Willenskraft oder Disziplin dazu Dinge zu tun, dann fehlt Dir diese Kraft für die Aufgaben, die danach anstehen. Es gibt Situationen, wo das hilfreich und akzeptabel ist, langfristig würde ich das allerdings nicht machen, da der Willenskraftmuskel auch mal Zeit braucht, um sich zu erholen. Zum Glück gibt es noch andere Wege.

Struktur statt Willenskraft

Was, wenn Du das nötige Maß an Willenskraft stark reduzieren kannst und trotzdem Deine Ziele erreichst? Mein Tipp aus der vorletzten Woche war ein Beispiel für so eine Möglichkeit. Mit dem automatischen Handlungsauslöser brauchst Du sehr viel weniger Willenskraft, um trotzdem die Dinge zu tun, die Du wichtig findest. Du benötigst etwas Willenskraft, um Dir immer wieder zu überlegen, wann und wie genau Du das dann machen möchtest und es am Besten schriftlich festzuhalten. Die benötigte Willenskraft ist allerdings sehr viel niedriger, als wenn Du Dich dann direkt dazu aufraffen musst es zu machen. Und selbst wenn die nötige Willenskraft ungefähr gleich groß ist, so hast Du sie doch auf 2 Tage verteilt, nämlich den Tag, an dem Du die Aufgabe festlegst und den Tag an dem Du die Aufgabe machst. So hatte Dein „Muskel“ Zeit sich zu erholen.

Neben dem automatischen Handlungsauslöser gibt es noch sehr viel mehr Möglichkeiten, wie , eine angepasste Umgebung und ähnliches. Natürlich benötigst Du auch dafür Willenskraft, um diese Alternativen in Dein Leben zu implementieren, also ganz kommst Du um das Thema Willenskraft nicht herum. Eine optimale und nachhaltige Kombination aus Willenskraft, Selbstdisziplin und Techniken wie automatischer Handlungsauslöser, und vielem mehr zu finden, das ist auch ein Hauptbestandteil meines Workshops Träume Dein Leben, lebe Deinen Traum. Irgendwann ist es an der Zeit Dinge auch anzupacken und umzusetzen. Meiner Meinung nach kann man sich das ruhig so einfach wie möglich machen, das Ergebnis zählt.

In den kommenden Wochen und Monaten werde ich immer wieder Techniken und Tricks vorstellen, die Dir helfen Deine Ziele möglichst einfach und mit möglichst wenig Kraftaufwand zu erreichen. Machen musst Du es allerdings immer noch. Trage Dich hier in meinen Newsletter ein und Du wirst über meine zukünftigen Artikel und mehr informiert:

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