Persönlichkeitsentwicklung und Authentizität – Wie passt das zusammen?

Immer wieder unterhalte ich mich mit Menschen, die sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt haben. Ich erzähle ihnen dann oft begeistert, wie sich mein Leben dadurch verändert hat und wie ich mich verändert habe. Irgendwann schauen sie mich dann an und fragen mich: „Ist man dann überhaupt noch man selbst? Ist man dann noch authentisch?“

Ich habe diese Fragen jetzt so oft gehört, dass ich die Gelegenheit nutze und meine Gedanken dazu etwas ausführlicher darstelle. Als erstes gilt es zu klären, was Authentizität überhaupt bedeutet. Laut Wikipedia bedeutet Authentizität „Echtheit im Sinne von als Original befunden“. Eigentlich könnte ich an dieser Stelle schon aufhören, denn Du bist immer Du. Egal wie sehr Du Dich bemühen würdest jemand anderem zu gleichen, es würde Dir nie gelingen. Du bleibst immer einzigartig und ein Original.

Ganz so einfach möchte ich es mir allerdings nicht machen. In Wikipedia gibt es noch einen Abschnitt, der sich explizit mit der Authetizität von Personen beschäftigt. Ich möchte ihn ihr Ausschnittsweise zitieren:

„Angewendet auf Personen bedeutet Authentizität, dass das Handeln einer Person nicht durch äußere Einflüsse bestimmt wird, sondern in der Person selbst begründet liegt. … Gruppenzwang und Manipulation beispielsweise unterwandern persönliche Authentizität.“

Das wirft in mir die Frage auf, wie sehr lassen sich Menschen, die sich noch nicht mit sich selbst und ihrer eigenen Entwicklung beschäftigt haben, von äußeren Einflüssen beinflussen? Bemerken sie überhaupt, dass sie beeinflusst werden? Wenn ich mir so die Glaubenssysteme vieler Bekannter und Verwandter ansehe, dann kann ich einfach nicht glauben, dass sie diese selbstbestimmt gewählt haben. Selbst wenn diese Glaubenssysteme für sie in ihrem Leben sehr hilfreich waren, müssten sie sie erstmal erkennen und sich nocheinmal bewusst für sie entscheiden, um als authentisch zu gelten.

In Wikipedia steht aber noch mehr. So haben die Sozialpsychologen Michael Kernis und Brian Goldman vier Kriterien ermittelt, die erfüllt sein müssen, damit man sich selbst als authentisch erlebt. Ich werde Dir diese vier Kriterien gleich vorstellen und sie durch meine Erfahrungen im Bereich der eigenen Persönlichkeitsentwicklung ergänzen:

  1. „Bewusstsein – Ein authentischer Mensch kennt seine Stärken und Schwächen ebenso wie seine Gefühle und Motive für bestimmte Verhaltensweisen. Erst durch diese Selbstreflexion ist er in der Lage, sein Handeln bewusst zu erleben und zu beeinflussen.“
    Bevor ich mit Persönlichkeitsentwicklung begonnen habe, kannte ich meine Stärken teilweise und meine Schwächen so gut wie gar nicht. Aber nicht nur das, Selbstreflexion war für mich ein Fremdwort. Immer waren die anderen oder die Umgebung Schuld, wenn irgendwas nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt habe. Schwächen hatte ich in meiner Welt keine und eigentlich hätte doch jeder erkennen müssen, was für ein super Typ ich bin. Durch dieses Kriterium bin ich damals also voll durchgefallen.
    Heute kenne ich meine Stärken und vor allem meine Schwächen. Ich überdenke mein Handeln. Teilweise gelingt mir das nicht bevor oder während ich handle, so dass ich immer noch ab und zu in Fettnäpfchen trete. Spätestens wenn die Emotionen ein wenig abgeklungen sind überlege ich mir, was ich da eigentlich getan habe, warum ich es getan habe und wie ich mich lieber verhalten hätte.
  2. „Ehrlichkeit – Hierzu gehört, der realen Umgebung ins Auge zu blicken und auch unangenehme Rückmeldungen zu akzeptieren.“
    Wie schon erwähnt hatte ich damals keine Fehler. Die Menschen meiner Umgebung haben mich nicht so wahrgenommen wie ich war und alles was sie mir als Rückmeldung gaben waren Lügen oder sie haben einfach nicht genau hingeschaut. Manche Leute würden sagen, dass ich damals ziemlich arrogant und ein Arschloch war. Arrogant zu sein, scheint mir dabei ziemlich dem Kriterium der Authentizität zu widersprechen. Ich hatte damals sogar ein Verhalten, mit dem ich mir viele Freunde vergrault habe. Wenn ich Feedback bekommen habe, welches mir nicht so gefallen hat, dann habe ich den Spieß sofort umgedreht und denjenigen verbal in der Luft zerrissen. Ich wollte es nicht hören und nicht wahrhaben.
    Heute hat sich das ziemlich verbessert, auch wenn ich ab und zu immer noch Schwierigkeiten habe mit Kritik umzugehen. Bis vor kurzem dachte ich noch, dass mir das inzwischen gut gelingt, aber beim ersten Teil des Trainers Trainings von Chris Mulzer haben mir einige Teilnehmer sehr klar vorgeführt, dass ich da doch noch nicht so weit bin wie ich mir das vorstelle. Mir das einzugestehen finde ich allerdings ziemlich ehrlich, so dass ich auch nach diesem Kriterium schon recht authentisch bin. Ich habe eben noch Schwächen.
  3. „Konsequenz – Ein authentischer Mensch handelt nach seinen Werten. Das gilt für die gesetzten Prioritäten und auch für den Fall, dass er sich dadurch Nachteile einhandelt. Kaum etwas wirkt verlogener und unechter als ein Opportunist.“
    Durch meine Arroganz war ich damals schon sehr konsequent. Ob die Werte damals wirklich meine Werte waren kann ich nicht mehr so genau sagen, ich habe aber das Gefühl, dass sich da bei mir nicht viel geändert hat. Meine Werte scheinen heute immer noch die gleichen wie damals zu sein. Allerdings habe ich mir meine Werte inzwischen bewusst gemacht und mich bewusst für sie entschieden. Was dieses Kriterium betrifft empfinde ich mich heute nicht sehr viel authentischer als damals. Allerdings setze ich meine Konsequenz entspannter durch und stoße nicht mehr ganz so vielen Leuten vor den Kopf.
  4. Aufrichtigkeit – Authentizität beinhaltet die Bereitschaft, seine negativen Seiten nicht zu verleugnen.“
    Wie schon bei den anderen Kriterien erwähnt war ich damals nicht wirklich in der Lage mit Kritik umzugehen. Ich war ja sogar der Meinung, dass ich keine Schwächen habe. Passt nicht ganz dazu, dass man als authentischer Mensch seine negativen Seiten nicht verleugnet.
    Allerdings sehe ich auch heute keine negativen Seiten an mir. Ich sehe Schwächen, ja, die habe ich, aber negative Seiten? Vielleicht verstehe ich das Wort negativ in dem Zusammenhang auch falsch, oder ich habe da noch Entwicklungspotential, das kann ich im Moment nicht so genau sagen. Was denkst Du wie das mit den negativen Seiten gemeint ist?

Zusammenfassend stelle ich fest, dass ich durch den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung, den ich in den letzten Jahren durchlaufen habe sehr viel authentischer geworden bin als ich es je war. Vielleicht bin ich noch nicht so authentisch wie ich sein könnte, aber ich bin auch nicht der Meinung, dass mein Prozess schon abgeschlossen ist. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich also sagen, dass Du durch Persönlichkeitsentwicklung eher authentischer wirst, als unauthentischer. Allein die Entscheidung an Deiner Persönlichkeit zu arbeiten macht Dich authentischer, denn Du wirst selbstreflektiv und gestehst Dir Deine Schwächen ein. Du gestehst Dir Deine Schwächen ein und möchtest an ihnen arbeiten. Um Dich zu entscheiden, an welchen Schwächen Du warum arbeiten möchtest, musst Du Dir auch mehr oder weniger über Deine Werte bewusst sein. Damit erfüllst Du ein weiteres Kriterium für Authentizität. Wenn Du dann noch an Dir arbeitest, egal was die anderen sagen, ist auch schon das dritte Kriterium erfüllt. Bleibt die Aufrichtigkeit. Schon allein indem Du Dich für Deine Persönlichkeitsentwicklung entscheidest, wirst Du also sehr viel authentischer.

Ich glaube der beste Beweis, dass man seine Authentizität lebt ist, wenn man seine Träume lebt. Wenn auch Du Deine Träume leben möchtest, dann kann ich Dir vielleicht helfen. Genau um Dich dabei zu unterstützen habe ich den Workshop „Träume Dein Leben, Lebe Deinen Traum!“ entworfen. Schau Dir mal an, was ich für Dich tun kann: Workshop Träume Dein Leben, Lebe Deinen Traum!

Wenn Dich diese und ähnliche Themen interessieren, dann melde Dich zu meinem Newletter an und Du bekommst sofort eine Nachricht, wenn ich wieder neue Beiträge verfasst habe, die Dich vielleicht interessieren:

Zählpixel Persönlichkeitsentwicklung und Authentizität

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.