erfolgreich Aufschieberitis bekämpfen

Als Schüler hatte ich den Vorteil/Nachteil, dass ich immer gut damit gefahren bin, wenn ich auf den letzten Drücker gelernt oder Hausarbeiten gemacht habe. Für mich war das damals ein Vorteil. So nach und nach hat sich aber herausgestellt, dass es ein Nachteil war, da ich nie gelernt habe konsistent an etwas zu arbeiten. Ich habe es gelernt aufzuschieben, weil ich wusste, ich schaffe das auch noch auf den letzten Drücker. Mit der Zeit wurden die Projekte allerdings immer größer und nicht mehr auf den letzten Drücker machbar, was dazu führte, dass ich meine Termine nicht eingehalten habe und als eher unzuverlässig galt. In den letzten Jahren habe ich verschiedenste Dinge ausprobiert, um dieser Herr zu werden und auch große Projekte erfolgreich und rechtzeitig umzusetzen.

Die Basis der meisten Dinge, die für mich beim Bekämpfen meiner Aufschieberitis geholfen haben, ist es die Aufgaben klein zu machen. Auch in anderen Blogbeiträgen habe ich immer wieder die Macht der kleinen Schritte angesprochen. Heute werde ich darauf noch etwas genauer eingehen.

Die Macht der kleinen Schritte

Für mich ist eine der Herausforderungen mit großen Projekten meistens, dass sie so groß sind. Ich habe keinen Anhaltspunkt und bin überfordert und neige daher zu Aufschieberitis. Wenn ich dann allerdings beginne mir einfach nur zu überlegen, welches die nächsten Schritte sind und diese aufschreibe, dann wird das Projekt oft schon viel kleiner. Dann geht es nämlich nicht mehr darum, das ganze Projekt zu schaffen, sondern es geht erstmal darum diese kleinen Schritte zu gehen und danach die nächsten Schritte zu überlegen.

Im Grunde ist dieses Verhalten total natürlich und jeder, der an Projekten arbeitet, handelt danach. Scheinbar gibt es allerdings Menschen, die das ganz unbewusst machen und andere, die erstmal vor dem unüberwindbaren stehen und nicht wissen wie sie das alles bewältigen sollen. Ich gehörte wie schon beschrieben zu letzteren. Im NLP würde man sagen, ich bin ein Überblicksortierer, das heißt, ich habe den Überblick über ganz viele Dinge, so bald es aber ins Detail geht fange ich an zu schwächeln. Scheinbar ist es mit den Projekten genau das Gleiche. Ich sehe zwar das Gesamtprojekt, aber ich sehe nicht die Schritte, die anstehen und gegangen werden müssen. Ich muss mich bewusst dazu bringen mir die Schritte konkret zu überlegen. Wenn ich das getan habe, dann sind sie meistens auch schon fast erledigt, dann ist der Weg für mich klar.

Nebenbemerkung:
Interessieren würde mich, ob da wirklich ein Zusammenhang zwischen Überblicksortierern und Aufschiebern besteht oder nicht. Neigst Du auch zu Aufschieberitis? Bist Du ein Überblicksortierer oder ein Detailsortierer? Schreibe mir bitte in die Kommentare oder eine kurze eMail. Danke.

Wenn Du Deine Aufschieberitis bekämpfen möchtest, empfehle ich Dir als erstes Deine Aufgaben in kleine Teilaufgaben zu zerlegen. Dabei musst Du noch nicht alle Teilaufgaben wissen, die Du machen musst, sondern nur die nächsten. Die Teilaufgaben sollten so klein sein, dass Du sie am Besten in weniger als einer Stunde umsetzen kannst. Das hängt ein bisschen davon ab, wieviel Zeit Du Dir nehmen kannst, um die Teilaufgaben auch umzusetzen. Vielleicht probierst Du damit ein wenig rum, wie groß die Aufgaben für Dich sein müssen, so dass Du sie gerne und zeitnah anpackst. Wenn Du die Teilaufgaben gemacht hast, überlegst Du Dir ganz einfach die nächsten und weiter geht es.

Für viele reicht dieser Schritt schon. Andere wie ich, brauchen noch etwas mehr Unterstützung. Für mich haben sich da 2 Methoden als sehr hilfreich erwiesen:

3 MIT’s (most important tasks)

Ich weiß nicht mehr, wann und wo  ich von dieser Methode das erste Mal gelesen habe. Seit dem begeleitet sie mich und hat mir sehr stark geholfen mehr Kontinuität in mein Leben zu bringen. Im Grunde ist es ganz einfach. Man nimmt sich für den nächsten Tag 3 Dinge (die wichtigsten) vor, die man auf jeden Fall macht. Die 3 scheint dabei sehr wichtig zu sein. Ich habe auch mit mehr Aufgaben experimentiert, bin aber immer wieder bei 3 gelandet. Daher empfehle ich auch Dir erstmal bei 3 Dingen pro Tag zu bleiben.

Für mich hat es sich als hilfreich erwiesen, wenn ich mir Abends vor dem Schlafen gehen die Zeit nehme und meine 3 wichtigsten Aufgaben für den nächsten Tag aufschreibe. Das gehört zu meiner Abendroutine. Am nächsten Tag fange ich dann genau mit diese 3 Aufgaben an. Je nach Tag schaffe ich dann noch mehr oder eben nicht, aber die 3 müssen gemacht werden. Da ich recht gut weiß, wie viel Zeit ich am nächsten Tag habe, kann ich auch die Größe und die Art der Aufgaben entsprechend wählen. So kann ich halbwegs sicher stellen, dass die Aufgaben für mich am nächsten Tag auch schaffbar sind. Manchmal muss ich mich allerdings trotzdem strecken.

sortierte Todo Liste

Eine weitere schöne Methode ist die sortierte Todo Liste. Du kannst einfach Deine ganzen kleinen Aufgabe in eine Liste schreiben. Oben steht die wichtigste Aufgabe, die Du als nächstes machst und unten die unwichtigste, die Du als letztes machst. Wenn eine neue Aufgabe dazu kommt, sortierst Du diese an der entsprechenden Stelle in der Liste ein. Ich fand es ganz hilfreich die Liste alle zwei bis drei Tage zu überarbeiten, da sich die Wichtigkeit der Aufgaben im Laufe der Zeit auch verändert, zum Beispiel bei Aufgaben, die einen Termin haben. Das Schöne an der Liste ist, dass man nicht mehr überlegen muss, was man als Nächstes macht. Man schaut einfach auf die Liste und nimmt sich die Aufgabe vor, die ganz oben steht. Wenn man diese erfolgreich erledigt hat, dann streicht man sie von der Liste und nimmt die Aufgabe die jetzt ganz oben steht. Ich habe diese Liste eine ganze Zeit sehr intensiv genutzt und in der Zeit mehr erledigt, als in einem ganzen Jahr vorher. Durch meinen Urlaub bin ich da wieder etwas weg gekommen, sie wieder neu zu pflegen war als Aufgabe einfach zu groß, aber ich habe das inzwischen in kleine Bereiche, nämlich meine Projekte aufgeteilt, so dass meine Liste die nächsten Tage wieder aktuell ist und ich zu meiner Leistungsfähigkeit von vor dem Urlaub zurück kehren werde.

und Aufschieberitis

Die Herausforderung bei diesen beiden Techniken ist es, es regelmäßig zu machen, also jeden Tag die 3 MITs festzulegen, bzw. die todo Liste zu pflegen und zu nutzen. Das bedarf ein wenig Gewöhnung und dran bleiben. Wenn es Dir nicht auf Anhieb gelingt, fange einfach wieder von vorne an. Manchmal dauert es ein wenig sein gewohntes Verhalten zu verändern, vor allem, wenn man sich schon lange so verhält. Helfen kann Dir dabei die richtige Motivation. Stelle Dir einfach vor, warum Du dieses Projekt machen möchtest und wie es Dir geht, wenn Du es erfolgreich beendet hat. Sollte Dich das nicht motivieren, dann könnte es sein, dass Du etwas gefunden hast, worüber Du mal nachdenken kannst. Denn auch das ist oft ein Grund für Aufschieberitis. Wir wollen/sollen Dinge tun, die wir eigentlich nicht tun wollen, oder die wir für ein Ziel machen, welches uns eigentlich nicht motiviert. Wenn Du da tiefer einsteigen möchtest, dann schau doch mal bei meinen Workshop „Träume Dein Leben, Lebe Deinen Traum“ vorbei. Da werde ich Dir helfen in Deinem Leben das zu finden, was Dich motiviert und Dir so auch helfen Deine Aufschieberitis zu bekämpfen.

Mich motivieren auch immer wieder Filme, von Menschen, die etwas außergewöhnliches erreicht haben. Daher habe ich eine Liste von solchen Filmen zusammengestellt und erweitere diese immer wieder. Trage Dich einfach zu meinem Newsletter ein und Du bekommst die Liste zugeschickt:

27 Kommentare
  1. René says:

    Hey Sascha!
    Genau über den Zusammenhang zwischen Überblicksortierer und Aufschieberitis habe ich mir in letzter Zeit auch Gedanken gemacht.

    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dazu sagen: Ich selbst bin ein Überblicksortierer und konnte mich in deiner Beschreibung gänzlich wiederfinden.
    Nachdem ich jetzt von einer Bekannten dazu gebracht wurde, mir über die Details meiner Vorhaben Gedanken zu machen, verwirkliche ich sie auch.

  2. Sascha Ballach says:

    Hey René,
    hatte mir sowas schon fast gedacht. Bin mal gespannt was andere berichten, sofern sie sich trauen. 😉 Lesen ja doch sehr viel mehr als dann tatsächlich einen Kommentar abgeben.
    Gruß,
    Sascha

  3. TrauMichNicht says:

    Ich dachte erst, das muss ja wohl ein witz sein. Genau so hat auch bei mir alles angefangen: in der schule stets durch aufschieberitis erfolgreich gewesen und nun bei stets groesser werdenden projekten fast wie gelaehmt. trotzdem geht es immer irgendwie. nicht unerfolgreich, aber es laugt total aus. 1.000 Dank fuer die tolle aufklaerung. ich denke ich werde mal mit 3 mits beginnen, die ich dann aber noch nach prio sortiere 😉 wenn ich jetzt noch meinen namen verrate bekomme ich vermutlich nur noch die kindergartenprojekte – das wollen wir ja nicht. uebrigens: als taskmanager hat sich bei mir things fuer mac, iphone und ipad bewaehrt. werde jetzt aber mal versuchen aufgaben auch wirklich abzuarbeiten. meine listen sind total ueberfuellt, moeglicherweise liegt das an zu grossen schritte. ich bin wirklich gespannt. nochmals danke, sascha!

  4. Sascha Ballach says:

    Hey „TrauMichNicht“,

    🙂 mit hat am Meisten geholfen eine Liste zu haben, die immer gleich den nächsten Schritt für mich enthält. So überlege ich nicht, was jetzt ansteht und versumpfe erstmal bei Facebook oder meinen emails, sondern ich beginne gleich mit der nächsten Aufgabe. Die Liste habe ich immer offen und jede neue Idee sortiere ich dort ein. Ab und zu verliere ich den Kontakt, aber ich erinnere mich dann immer wieder dran, schaue auf die Liste und mache einfach die nächste Aufgabe. Das Schöne ist auch, wenn ich mal die Liste nicht beachte, stehen da auch nach ein paar Tagen oder nach meinem Urlaub die wichtigsten Aufgaben ganz oben und ich kann gleich wieder weiter machen.

    Gruß,
    Sascha

    PS: Kannst mir ja auch privat schreiben und wir tauschen uns ein wenig aus. Ich verrate Deinen Namen nicht. 😉 (Sascha.Ballach@creative-linguistics.de)

  5. TrauMichNicht says:

    Hey Sascha, vielen Dank für Deine aufmerksamen Tipps! Ich habe gestern mit den 3 MITs begonnen. Da ich noch Anfänger bin, ist mir heute gleich folgendes passiert: ich habe ganz beflissen den 1. gestart abzuarbeiten. Dann kam ein SOS Call rein, der hat mich dann derart belegt, dass die Umsetzung von Task 1 zeitlich nicht mehr im Rahmen lag. Dafür musste aber dann Task 2 erledigt werden, weil die Zeit drängte. Insgesamt war ich dann derart aufgehalten, dass ich Task 1 nur hälftig fertig habe, Task 2 vollständig, und zu Task 3 bin ich gar nicht erst gekommen. Ich werde mir jetzt nicht gleich das Leben nehmen 😉 und zweifle auch nicht an der Funktionsweise der 3 MITs aber wie ich Dich kenne hast Du sicher einen Rat, wie das zu vermeiden gewesen wäre um dann mit einem guten Gefühl, alle 3 Tasks geschafft zu haben, den Tag zu beenden. LG ohhh jetzt hätte ich mich fast verraten 😉

  6. Stephan says:

    Hi Sascha & Co.,

    ich finde den Ansatz vollommen richtig, verwende ihn aber in abgeänderter Form. Zwar erst seit ca. einem Monat, dafür aber sehr erfolgreich. Ich denke nicht in 3 MITs, sondern mache mir entweder am Abend oder am Morgen für den Tag eine Liste mit Dingen, die ich erledigen möchte. Ich beschränke mich nicht auf 3, sondern plane in Zeiteinheiten. Das bedeutet, ich weiß recht genau, wie lange ich für eine Aufgabe brauche, und kann so den Tag verplanen. Mir ist allerdings auch ein sehr gutes Zeitgefühl zu eigen, welches ich bei vielen anderen Menschen oft nicht entdeckt habe. Ich weiß also nicht, ob meine Technik bei solchen Menschen auch funktioniert.
    Ich setze mir also so viele Aufagen, wie ich Zeit zur Verfügung habe. Natürlich rechne ich Zeiten für Pausen, Essen, An- und Abfahrten mit ein, so dass ich selten unter Zeitdruck gerate. Im Gegenteil, ich erreiche oft mehrere Ziele am Tag, muss mich dabei nicht beeilen und kann abends entspannt und mit gutem Gewissen die Füße hochlegen.
    Natürlich passiert es manchmal, dass etwas dazwischen kommt. Aber sofern ich das nicht als Ausrede für mich selbst verwende eine Aufgabe aufzuschieben, sondern sie wirklich nicht erfüllen kann dadurch, bin ich am Ende des Tages trotzdem zufrieden mit dem, was ich alles geschafft habe.

  7. Sascha Ballach says:

    Hey,
    Du kennst mich? Kenne ich Dich auch? Das würde den Personenkreis schon ganz schön einschränken. Schreib ruhig weiter, vielleicht bekomme ich ja raus, wer Du bist. 😉

    Zu Deiner Frage: Stephan hat in seinem Kommentar einen sehr guten Punkt genannt. Verplane maximal 50% Deiner Zeit. Wenn Du also schon wegen einem unvorhergesehenen Ereignis ins Schleudern kommst, dann hast Du Dir vielleicht zu viel vorgenommen und zu wenig freie Zeit eingeplant. Natürlich kann immer etwas dazwischen kommen, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber 50% der Zeit nicht zu verplanen reicht meistens aus. Probiere es mal aus und berichte dann.

    Gruß,
    Sascha

  8. Thorsten says:

    Hi Sascha,
    mir geht es genau so wie dir. Als Schüler hat das immer funktioniert, nun im Studium haut das einfach nicht mehr hin alles aufzuschieben. Ich werde nun eine to-do-Liste starten. Das hilft mir bestimmt.

    Vielen Dank für diesen Eintrag! Mach weiter so!

  9. Sascha Ballach says:

    Hi Thorsten,
    denke bei der Todo-Liste daran sie nicht nur anzulegen, sondern auch zu benutzen. Am Anfang habe ich immer wieder vergessen, dass ich sie habe. Es kostete schon ein wenig Gewähnung sie immer zu benutzen, aktiv zu füllen und dann auch abzuarbeiten. Aber selbst wenn ich sie mal vergessen habe, habe ich mich nicht geärgert, sondern mich gefreut, dass ich jetzt wieder dran denke und die nächsten Sachen machen kann. 🙂

    Bist Du eigentlich auch Überblicksortierer oder eher Detailsortierer?

    Gruß,
    Sascha

  10. minella says:

    hey sascha,

    wie du so bereits so treffend sagtest: „Lesen ja doch sehr viel mehr als dann tatsächlich einen Kommentar abgeben.“ als betroffene sage ich: das ganze überblicksortieren und aufschieben raubt so viel energie, dass es oft nur zum lesen langt =)
    ein dickes dankeschön für den artikel „Leben für Fortgeschrittene“ – kennst du schon meikes blog?
    http://www.vormirdiewelt.de/
    lg

  11. Sascha Ballach says:

    Hey Minella,

    kann ich aus Deiner Antwort schließen, dass Du auch Überblicksortiererin bist? Wie gehst Du damit um?

    Aha, Du bekommst meinen Newsletter. 🙂 Den Artikel haben nämlich nur Newsletterleser oder Facebook-Kontakte bekommen. Es lohnt sich also sich zum Newsletter anzumelden. 😉

    Nein, den Blog kenne ich noch nicht. Ich finde ein bisschen schade, dass ich nirgends sehe, wer sie ist und warum sie das alles macht, zumindest nicht auf den ersten Blick. Ansonsten scheinbar ein spannender Blog.

    LG
    Sascha

  12. Tobias says:

    He Sascha,

    hab mich auch voll wiedergefunden: Als Schüler immer gut damit gefahren, alles auf den letzten Drücker zu erledigen, und später bei größeren Projekten damit immer wieder Probleme bekommen.

    Und auch Überblickssortierer scheint da wieder ins Bild zu passen, wobei es mir, wenn ich mich hinsetze, meistens ziemlich leicht fällt, die nächsten Schritte zu bestimmen oder ein überschaubares Projekt durchzuplanen. Nur bei der Umsetzung hapert es dann oft wieder…

    Das mit den 3 MITs habe ich ja auch immer wieder mal probiert, aber langfristig habe ich es bisher nie durchgehalten. Mein ideales Projekt- bzw. Aufgabenmanagement habe ich eh noch nicht gefunden. Ich suche im Augenblick was, was so minimal wie möglich ist, mir aber genug Struktur und Richtung gibt.

    LG Tobias

  13. Sascha Ballach says:

    Hi Tobias,

    🙂 ja, die Aufgaben zu zerlegen ist nur einer der Schritte. Für viele funktioniert er, für einige reicht er noch nicht. Schnapp Dir mal die todo-Liste und schreibe da alle Aufgaben (Bearbeitungszeit kleiner eine Stunde) rauf. Ganz oben die Aufgabe, die Du als erstes machen willst/musst und ganz unten die, die als letztes dran ist. Vielleicht nimmst Du Dir da ein google doc oder so für, dann kannst Du von überall drauf zugreifen. Ich habe diese Liste immer offen. Sie liegt auf meinem zweiten Monitor, so dass ich sie immer sehe. Daneben ist der Browser. Wenn ich also surfe, dann sehe ich auch diese Liste. Und wenn ich mich mal ein paar Tage drum gedrückt habe die Liste abzuarbeiten, dann ist sie immer noch da und ganz oben steht immer noch die wichtigste Aufgabe. Irgendwann packt es mich dann und dann arbeite ich mal schnell 5 oder mehr Aufgaben ab. Das Schöne ist, dass es mich immer öfter packt und es so langsam zur Gewohnheit wird, Du musst nur Geduld haben.

    Gruß,
    Sascha

  14. minella says:

    „kann ich aus Deiner Antwort schließen, dass Du auch Überblicksortiererin bist?“ yep!
    Wie gehst Du damit um?“ mal so mal so :-/ habe einen 15-jährigen sohn, der detailsortierer par excellence ist; ein ständiges „passt scho“ versus „erbsenzählen“ =)…geht mir ansonsten ähnlich, wie tobias…listen in der praxis bringens nur im ansatz (denn sie wollen auch angewendet werden; wahrscheinlich hast du recht mit „durch geduld wirds zur gewohnheit“…ja, die lieben metaprogramme – wissen, in welchem kontext ich oder mein gegenüber sortiert, ist die halbe miete =)

    das ganze kann, wie ich vermute, auch zu tun haben mit der organisation/denkstruktur von ADS (symptome u.a.):
    – fehlendes zeitgefühl, verspätungen und hektik vor terminen
    – langweilige alltagsaufgaben werden auf die lange bank geschoben oder gar nicht erledigt.
    – z.tl. auffällige unordnung oder überkompensation durch (mitunter zwanghaften perfektionismus)
    – desorganisation, unkonzentriertheit, zersreutheit – vor allem, wenn mehrerer aufgaben gleichzeitig anstehen
    – generellen reizverarbeitungsstörungen, z.b. bei zu vielen aussenreizen (menschengruppen, situationen)

    „Aha, Du bekommst meinen Newsletter. :-)“ ja, freu mich immer sehr drauf!

    zu meike winnemuth:
    das projekt: http://www.vormirdiewelt.de/wordpress/?page_id=45
    davor: http://www.daskleineblaue.de/?page_id=5
    ergänzend „und tschüss“: http://www.daskleineblaue.de/?page_id=1197

    fröhliche grüsse
    minella

  15. Sascha Ballach says:

    Hallo Minella,

    das mit Deinem Sohn hört sich super an. Ihr seid dadurch ein tolles Team. So lange Ihr Euch dieser Metaprogramme bewusst seid und Euch auch mal zurück nehmen könnt.

    Zum Thema die Dinge die man weiß auch anzuwenden werde ich in den nächsten Wochen noch einige Beiträge schreiben. Den Anfang habe ich mit den Artikeln vor meinem Urlaub gemacht. Mit der richtigen Morgen- und/oder Abendroutine und einer entsprechend gestalteten Umwelt gelingt das Umsetzen schon sehr viel leichter. Hast Du das mal probiert?

    Wenn ich mir die Symptome so anschaue könnte ich auch ADS haben. Ich habe allerdings festgestellt, dass ich die Symptome wegtrainieren kann. Dann habe ich auch ADS wegtrainiert. 🙂 Auf alle Fälle fallen mir für alle von Dir genannten Symptome Lösungen ein, wie ich damit umgehen würde, bzw. umgehe, damit diese mein Leben nicht negativ beeinflussen.

    Vielen Dank für die Links. Die Frau hört sich sehr interessant an und lebt was ich predige, dabei kennt sie mich vermutlich gar nicht. 😉 Kennst Du sie? Ich finde auch ihr Projekt toll jeden Tag einen ihrer Gegenstände wegzugeben.

    glückliche Grüße,
    Sascha

  16. minella says:

    hallo sascha,

    😎 deine trostspendenden worte lassen mich hoffen (ja, ich weiss, hoffnung ist keine strategie) ich erkenne aber wohl, dass ich vieles tun könnte, wenn ich denn könnte, denn ich weiss es in der theorie geht und dass ich grosse ziele mit wenig disziplin umsetze… (aber da sind wir bereits bei den sabotageprogrammen und das würde jetzt zu weit führen…) ich probier’s aber, versprochen!

    vorsicht beim abtrainieren der ADS sympthome 🙂
    es gibt auch gute: ideenreichtum, charme, aufgeschlossenheit, hilfsbereitschaft, kreativität, fröhlichkeit, fürsorglichkeit, aufgewecktheit, phantasie, flexibilität, empfindsamkeit, tierlieb, interesse an bestimmten und neuen themen oder bereichen, gutmütigkeitk ehrlichkeit, grossherzigkeit, improvisationstalent, inabhöngig, unkonventionell, risikobereit, innovativ, etc….
    schau dir nur mal einige prominente ADS’ler an: http://wiki.mobbing-gegner.de/Krankheit/ADS/bekannte_Pers%C3%B6nlichkeiten_mit_ADHS

    nein, meike winnemuth kenne ich lediglich von ihren blogs und früher von beiträgen in illu’s und der süddeutschen zeitung und sie zeigt, wie du auch, dass und wie ES geht…

    ciao und noch einen schönen sommerabend

  17. Nadine says:

    Hi Sascha,

    mal wieder gute Tipps von dir, danke dafür!
    Ich arbeite seit einiger Zeit mit einer Mischung der von dir genannten Methoden und fahre damit ziemlich gut – nachdem es mir zuvor auch so ging, dass ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sah.
    Meine Methode sieht so aus, dass ich am Ende eines Monats grob den folgenden Monate plane mit den Terminen, die ich einhalten möchte, Dingen, die ich erledigen möchte, etc. So hab ich schon mal im Kopf was in nächster Zeit auf mich zukommt. Da ich allerdings ein Typ bin, der sich gerne immer zu viel vornimmt, habe ich dann noch begonnen mir die wichtigsten to do’s auf konkrete Tage zu verteilen und diese auch wie einen Termin in meinen Kalender einzutragen. So stelle ich für mich sicher, dass die wichtigsten Aufgaben erledigt sind und wenn für die anderen Sachen noch Zeit bleibt, ist es schön und wenn nicht, dann ist es auch nicht weiter tragisch 🙂
    Ich weiß, das klingt jetzt furchtbar kompliziert und zeitraubend. Ist es aber eigentlich gar nicht. Im Gegenteil, so habe ich alle wichtigen Dinge des Monats im Kopf und stelle auf diesem Weg sicher, dass sie erledigt werden. Ist im Endeffekt also sogar zeitsparend. Die Liste mit den wichtigsten to do’s habe ich übrigens auch auf meinen Laptop und permanent geöffnet – das übt dann doch nochmal einen gewissen Druck aus sich auch wirklich dran zu halten 😉
    Im Übrigen bin ich auf Umwegen zu dieser Planung gekommen, nämlich über das Buch ‚The Big Five for Life‘ oder auch ‚Safari des Lebens‘. Für mich sehr inspirierend. Und wenn man erstmal seine Big Five kennt, kann man auch seinen Tag soweit möglich danach ausrichten und weiß wofür man es letztendlich tut – nämlich für die Erfüllung seiner Träume – und wenn es auch nur kleine Schritte sein mögen 🙂

    Liebe Grüße nach Berlin,
    Nadine

  18. Sascha Ballach says:

    Hallo Minella,

    ich trainiere ja nur die Symptome ab, die mir nicht passen. 😉 Also alles gut. Ich halte von ADS sowieso nichts, aber das ist wieder ein anderes Thema.

    Genieße den zurückgekommenen Sommer,
    Sascha

  19. Sascha Ballach says:

    Hallo Nadine,

    🙂 hört sich gut an Deine Strategie. Nimmt mir allerdings zu viel Freiheit. Deswegen mache ich einfach, was als nächstes ansteht und fertig.

    Das Buch The Big Five hat auch einen kleinen Einfluß auf eins meiner nächsten Blogthemen (Ziele setzen war gestern, Träume leben ist heute). Leider sind sich die Meisten ihrer Big Five nicht bewusst und auch ich habe erst 3, mit denen ich allerdings schon genug zu tun haben. 😉

    Liebe Grüße,
    Sascha

  20. minella says:

    😉 (der fehlte bzgl. ADS) es IST ein anderes thema und ein riesen erwerbsmarkt. generell finde ich, die beschäftigung mit problemen/krankheitsbildern bringts null und ist zeitverschwendung. es kann auch eine krücke sein („MEINE“ migräne/depression, was auch immer). mein breitband-therapeutikum, welches ich immer im haus habe und meist mit mir führe, ist mein hund (handliches taschenformat) ernst beiseite: danke für deine abend/morgenroutine-anregungen. alleine schon die erkenntnis, was sich so unbemerkt an verhaltensmustern und automatismen eingeschlichen hat bewirkt schon erstaunliches…
    lg

  21. Sascha Ballach says:

    🙂 Mein Breitbandtherapeutikum ist die Luft, die mich umgibt. Ich brauche nur ein paar tiefe Atemzüge nehmen und schon ist alles gut. 😉

    Was hat sich den so eingeschlichen?

    LG

  22. Patrick says:

    Hallo Sascha
    Interessanter Beitrag. Die Aufschieberitis kenne ich leider nur zu gut. Bei mir hat es wohl auch in der Schule begonnen, wie du selber beschrieben hast.
    Die Begriffe Überblick- und Detailsortierer sind neu für mich, doch passt die gefundene Beschreibung von Detailsortierer ziemlich gut auf mich. Zur Abwechslung schreibt hier also mal ein Detailsortierer 😉 Zum Teil verliere ich mich in eher unwichtigen Details, wie sich dann später herausstellt. Aber oft möchte ich die Sachen recht genau wissen, zumindest solange bis ich noch Geduld habe. Aber oft fällt es mir auch schwer eine grosse Aufgabe in kleine Tätigkeiten zu zerlegen (so wie du es oben als Variante präsentierst). Hat man die kleinen Aufgaben, so fällt der Start allerdings viel leichter.
    Grüsse,
    Patrick

  23. Sascha Ballach says:

    Hallo Patrick,

    hm, hört sich so an als wärest Du zumindest in der Planung grosser Aufgaben ein Überblicksortierer. Hinzu kommt dann noch, dass Du dann zu einem Detailsortierer wirst und auch noch jeden Schritt bis ins Detail planen/wissen möchtest. Hat sich etwas verändert, dadurch, dass Du Dir dessen jetzt bewusst bist? Dadurch, dass Du weißt, dass Du ein Überblick- bzw. ein Detailsortierer bist? Oft ist es so, dass wenn wir uns unserer Muster bewusst werden, sich die Dinge schon anfangen zu ändern. Für den Überblicksortierer hatte ich schon eine Lösungsmöglichkeit empfohlen.
    Hier noch ein Tipp für die Detailsortierer: Wenn Du Deine Schritte festlegst, dann ordne ihnen auch Zeiten zu, die Du für diesen Schritt verwenden darfst. Der Zeitdruck verhindert, dass Du zu tief einsteigst. Überlege Dir was das Wichtigste an dem Schritt ist und mache das zu erst. Dann steige immer tiefer in die Details ein, bis die Zeit vorbei ist. Wenn Du mit dem Ergebnis noch unzufrieden bist kannst Du Dir dafür später nochmal Zeit zuordnen.
    Gruß,
    Sascha

  24. Patrick says:

    Verändert hat sich noch nichts, da ich mir dieser Tatsache erst vor kurzem bewusst geworden bin und seither keine grossen Aufgaben zu bewältigen hatte. Aber ich denke, dass das Wissen darüber schon einiges ändert. Vielleicht nicht sofort, da man zum jeweiligen Zeitpunkt nicht gerade daran denkt, aber sicher über längere Zeit hinweg.

  25. Mike says:

    Oh ja, kenne ich nur zu gut (naja, Du ja auch mittlerweile! 😉 )
    Aber mit den 3 MITs fahre ich auch ganz gut.
    Und das abends aufzuschreiben fuer den naechsten Tag, perfekt.

    Ab Montag gehts wieder mit Volldampf weiter! 😉

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