Bei Angst was tun – aus der Komfortzone gegen Angst

In meinem Artikel letzte Woche habe ich schon davon gesprochen, dass wir alle mehr oder weniger viele versteckte Ängste haben, die uns teilweise kaum und teilweise auch sehr stark von unseren Möglichkeiten abhalten. Wie Du diese Ängste entdecken kannst habe ich dort auch erklärt. Ich bin Dir aber schuldig geblieben, wie Du Dich diesen Ängsten stellen und vor allem, wie Du sie auflösen kannst. Diesem Thema werde ich mich heute ausführlicher widmen.

aus der Komfortzone gegen Angst

Das ganze Konzept der Raus aus Deiner Komfortzone Übungen ist so angelegt, dass Du dauerhaft mit Deinen Ängsten konfrontiert bist, sie aber immer so klein sind, dass Du Dich ihnen gerade so noch stellen kannst. Was Du tun kannst, wenn die Hürde doch ein wenig zu groß ist, dazu später mehr.

Sich immer wieder aus seiner Komfortzone zu entfernen und sich so den unterschiedlichsten Ängsten zu stellen, wirkt erstmal wie Desensibilisierung. Das wurde früher z.B. gegen Spinnenphobie gemacht. Erst wurde die Spinne ganz weit weg gepackt und der Phobiepatient hat sich so weit genähert, bis er vor lauter Angst nicht mehr konnte. Beim nächsten Mal das Gleiche. So nach und nach ist er der Spinne immer näher gekommen und konnte sie irgendwann sogar anfassen.

Ähnlich ist es auch mit den Komfortzonenübungen, nur dass die Übungen eigentlich so sein sollten, dass sie zwar ein kleines Unwohlsein auslösen, aber mehr eben nicht. Und während man sich bei der ursprünglichen Desensibilisierung nur einer Angst widmet, kannst Du Dich mit den Komfortzonenübungen allen Ängsten gleichzeitig stellen.

Scheinbar sind alle Ängste miteinander verbunden und wenn Du Dich einer Angst stellst, hat das auch Auswirkungen auf Deine anderen Ängste. Zum Beispiel hat mein Houserun auch dafür gesorgt, dass ich es mich das erste Mal getraut habe ein eigenes Seminar anzubieten, obwohl ich schon seit 8 Jahren ausgebildeter Trainer bin. Ich kann nicht mal erklären, warum ich davor Angst hatte und habe. Wenn ich mir allerdings meine Reaktionen zu dem Thema anschaue, dann stelle ich fest, dass sie voller Ausreden sind. Also definitiv ein Thema, an dem ich arbeiten werde, auch dazu später mehr.

Dass Deine Ängste alle miteinander verbunden sind hat einen großen Vorteil für Dich. Mein Freund und Mentor Chris sagte immer wieder zu mir, dass ich Erfolgsangst habe. Keine Ahnung wie er darauf kommt, geschweige denn was das genau ist. Wieso sollte ich vor Erfolg Angst haben? Trotzdem begann ich darüber nachzudenken. Im NLP gibt es den so genannten Was-wäre-wenn Rahmen. Das heißt, ich begann darüber nachzudenken, was wäre, wenn Chris Recht hat. Das würde zumindest einige meiner Strategien erklären, die in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass ich nicht wirklich den Erfolg hatte, den ich hätte haben können.

Also angenommen es gibt diese Erfolgsanst, wie stelle ich mich ihr dann? Da ich dazu keine Bilder oder so habe, konnte ich mit der Fast Phobia Cure aus dem NLP, über die ich auch gleich noch spreche, nichts erreichen. Ich kam einfach nicht an diese Angst ran. Komischerweise wuchs mein Erfolg so nach und nach, einfach dadurch, dass ich mich anderen Ängsten stellte. Scheinbar habe ich durch das Auflösen der anderen Ängste auch meine Erfolgsanst aufgelöst oder zumindest stark reduziert.

Du siehst, sich mit Komfortzonenübungen der Angst zu stellen kann ein sehr sinnvoller Weg sein, der auch noch wünschenswerte Nebenwirkungen hat. Nur was kannst Du machen, wenn Du zu viel Angst vor einer Übung hast? Einerseits kannst Du erstmal mit einfacheren Übungen anfangen, oder Du hilfst Dir mit NLP.

bei Angst was tun mit NLP

Im Modell von NLP gibt es eine Technik gegen Angst. (Genau genommen gibt es zwei explizite und die meisten anderen Techniken kann man auch dazu „missbrauchen“.) Die so genannte Fast Phobia Cure wird schon seit einigen Jahrzehnten erfolgreich gegen die unterschiedlichsten Ängste und Phobien genutzt. Für diesen Artikel führt es zu weit, wenn ich diese Technik genau erkläre, da sie einige andere NLP Techniken voraussetzt. Wenn Du sofort loslegen möchtest, dann kann ich Dir entweder empfehlen einen erfahrenen NLPler zu fragen, ob er sie mit Dir macht, oder Du nutzt die Hypnose CD von Chris Mulzer.

Wenn Du Dich noch ein wenig gedulden kannst, dann trage Dich am Ende dieses Artikels in meinen Newsletter ein. Ich schreibe gerade an einem kostenlosen ebook zu unterschiedlichen Möglichkeiten mit Ängsten und Widerständen umzugehen und dort werde ich auch ausführlich auf die Fast Phobia Cure eingehen.

All die Techniken, die ich in dem ebook vorstelle, werde ich in der nächsten Zeit an mir demonstrieren, denn ich habe mich auf folgende Herausforderung eingelassen:

Die Herausforderung – Raus aus meiner Komfortzone

Ralf, mein Freund und Coach, hat mich auf folgende Idee gebracht. Ich stelle mich in den nächsten Wochen und Monaten meinen 10 größten Herausforderungen und berichte darüber. Damit Du schonmal eine Idee bekommst, hier ein Überblick mit ein paar erklärenden Worten:

  1. Baseflying
    Vielleicht hast Du schon mitbekommen, dass ich Höhenangst hatte. Daran habe ich schon durch unterschiedlichste Übungen wie Fallschirmspringen, Houserun, Klettern und ähnlichem gearbeitet. Beim letzten NLP Practitioner schlug dann jemand vor, dass wir in der Mittagspause zum Alexanderplatz fahren und dort beim Baseflying mitmachen. Ich habe gute Gründe gefunden, warum das nicht klappen konnte. Grund genug es jetzt doch zu machen.
  2. Hund Gassi führen
    Seit ich denken kann, habe ich Angst vor Hunden. Das hat mich nie wirklich gestört, aber es ist eine Aufgabe aus meinem Buch, also sollte ich sie auch machen. Vermutlich werde ich noch einen Schritt weiter gehen und mich von einem Hundetrainer unterrichten lassen, wie man mit einem Hund umgeht und vielleicht stelle ich mich ja auch als so ein vollgepanzertes Angriffsübungsobjekt zur Verfügung.
  3. Die Vipassana Meditation
    Seit ich das erste Mal davon gehört habe, wusste ich, ich will das machen. Das ist inzwischen viele Jahre her und ich habe es immer noch nicht gemacht. Ich hatte angeblich nie Zeit. Falls Du nicht weißt was das ist, es geht um folgendes: 10 Tage lang wirklich gar nichts machen. Also, 10 Tage schweigen, leichte vegane Kost essen, viel meditieren und schlafen. Das wars, mehr ist nicht erlaubt. Kein Lesen, kein Handy, kein Internet, kein mp3, kein Sport, gar nichts. Wer mich kennt, weiß wie getrieben ich bin und versteht sicher auch, warum ich es bisher erfolgreich vermieden habe die Vipassana Meditation zu machen. Das ändert sich jetzt, schon weil auch das eine Übung aus meinem Buch ist.
  4. Trainertätigkeit
    Ich hatte es ja oben schon erwähnt, dass ich nach meinem Houserun mein erstes eigenes Seminar gehalten habe und dass ich seit vielen Jahren NLP Trainer bin. Im letzten Jahr habe ich auch das Trainers Training bei Chris Mulzer absolviert, aber nicht weil ich Trainer werden wollte, sondern nur für mich. Diese Ausrede nutze ich schon sehr lange, jetzt ist Schluß damit. Ich habe Chris schon gebeten mich zu coachen und allein dadurch haben sich schon einige Dinge ergeben. Zum Beispiel habe ich noch am gleichen Tag jemanden kennengelernt, der möchte, dass ich ein Training bei ihm im Fitnessstudio mache. Allein die Entscheidung hat gereicht, um die ersten Steine ins Rollen zu bringen.
  5. Waschbrettbauch
    Ich hatte noch nie einen Waschbrettbauch. Ich war auch noch nie wirklich sportlich. Alles was mit Ausdauer zu tun hatte, konnte ich ganz gut, ich bin auch schon Marathon gelaufen. Aber um wirklich etwas zu erreichen war ich immer zu faul, oder die Faulheit war nur eine Ausrede, wofür auch immer. Auch diese Komfortzone werde ich verlassen. Genau genommen sind es mehrere Komfortzonen. Ich muss regelmäßig trainieren und dabei einem Trainingsplan folgen. Ok, das gelingt mir schon ganz gut. Noch wichtiger wird es sein, dass ich einem Ernährungsplan folge und das vermutlich für eine längere Zeit. Dabei esse ich doch so gerne.
  6. Heute bei sowieso
    Noch eine Übung aus dem Buch. Die Aufgabe ist ganz einfach. Sprich Leute auf der Straße an und erreiche, dass Du kostenlos bei ihnen übernachten kannst und am Besten auch noch verpflegt wirst. Dieser Übung habe ich mich schon einmal gestellt und viel über mich gelernt. Zu einer Übernachtung ist es allerdings nicht gekommen. Das wird sich demnächst ändern.
  7. 1 Monat ohne Geld reisen
    Eigentlich ist das ein Kompromiss, denn die eigentliche Aufgabe ist es ohne Geld nach Shanghai und wieder zurück zu reisen. Ich möchte mir dafür aber nicht die Zeit nehmen und denke, wenn ich es schaffe einen Monat ohne Geld zu reisen, dann ist auch klar, dass ich es auch bis Shanghai schaffen würde und es keine Ausrede ist, wenn ich es aus Zeitgründen nicht mache.
  8. Konsistenz
    Ich habe in meinem Leben noch nie wirklich an etwas konsistent gearbeitet. In der Schule habe ich so gut wie nie gelernt, das Studium habe ich abgebrochen, weil es mich gelangweilt hat und auch sonst bin ich nie irgendwo wirklich dran geblieben. Es gab einfach immer so viele andere spannende Dinge zu erleben und zu entdecken. Das finde ich auch ok und trotzdem scheint das eine Art Komfortzone von mir zu sein. Deswegen werde ich ein Jahr lang entweder jeden Tag 20 Minuten Yoga machen, eine Stunde schreiben oder Beides. Das habe ich mich noch nicht entschieden. Falls ich mich für Yoga entscheide, dann werde ich das jeden morgen bei ustream.tv life übertragen, so dass ich da kontrollierbar bin. Wenn ich auf Reisen bin musst Du es mir so glauben.

Du siehst, es sind erst 8 Aufgaben. Ich suche weiter, um die 10 Aufgaben voll zu bekommen. Andererseits denke ich, dass ich mit denen schon genug zu tun haben werde. Auf alle Aufgaben werde ich noch näher eingehen und sie näher definieren, also was muss ich genau machen, um sie zu erfüllen. Außerdem werde ich sie wenn möglich mit einer Kamera festhalten und veröffentlichen. Die einzige Aufgabe, bei der das wohl nicht gehen wird ist die Vipassana Meditation. Vielleicht mag mich da dann einfach jemand begleiten und als Zeuge dienen.

Jetzt bist Du dran. Hast Du den Mum mitzumachen und Dich Deinen 10 größten Dir momentan bewussten Komfortzonen zu stellen? Vielleicht willst Du Dich auch nur 5 oder einer stellen. Egal. Schreibe mir einen Kommentar und ich überlege mir, wie wir uns da gemeinsam unterstützen können. Vielleicht mache ich dazu im Forum einen eigenen Thread auf, wo wir alle unsere Aufgaben einstellen und uns gegenseitig über unsere Hindernisse und Fortschritte berichten. So können wir uns unterstützen und es fällt uns sehr viel leichter. Bist Du dabei? Dann schreibe mir.

Falls Du sofort informiert werden möchtest, wenn mein ebook zum Überwinden von Ängsten und Widerständen fertig ist, oder Du mitbekommen möchtest, wie sich das mit meiner Herausforderung entwickelt, dann trage Dich hier einfach zum Newsletter ein:

11 Kommentare
  1. Sascha Ballach says:

    keine Ahnung, ich habe die Aufgabe schon an unterschiedlichsten Stellen gehört. Chris spricht z.B. auch darüber und letztens hat ihm auch jemand eine Flasche Wasser geschickt. Mit dem würde ich mir gerne mal unterhalten, vielleicht ergibt sich das ja noch. 🙂

  2. Andreas Ziesmann says:

    Hallo Sascha,

    sehr guter Blogpost! Gefällt mir gut. Ich kann mich in vielen deiner Beschreibungen gut wiederfinden. Ich fange auch immer Vieles an, aber bringe nur Weniges auch zu Ende. Ich habe mich auch schon oft gefragt, warum ich meinen Arsch nicht hochbekomme und alles auch fertig mache, weil ich das eigentlich will und es mit gut tun würde. Erfolgsangst würde das erklären, auch wenn ich mir ebenfalls nicht erklären kann, warum ich die haben sollte.
    Immerhin stelle ich mich jetzt schon der Herausforderung meinen jetzigen unbefriedigenden Job dieses Jahr zu beenden und mich nächstes Jahr wahrscheinlich selbstständig zu machen.

    Ich werde mir jetzt mal meine eigene Herausforderungsliste machen. Einige Punkte von dir finde ich sehr gut und werde sie vielleicht so oder so ähnlich übernehmen. Oder erhebst du Copyright Ansprüche. 🙂
    Ich meld mich dann wieder. Vielleicht können wir uns wirklich unterstützen.

    Besten Gruß
    Andreas

  3. Sascha Ballach says:

    Hallo Andreas,

    ich bin gespannt und nein, ich glaube das fällt nicht unter Copyright, wobei das scheinbar nicht so eindeutig ist, wie ich das bisher dachte.

    Besten Gruß,
    Sascha

  4. Andreas Ziesmann says:

    Nee, ich glaube, da denkt niemand über Copyright nach. War ja nur n Scherz. 😉

    Schade übrigens, dass sich bisher nicht noch jemand hier gemeldet hat. Aber du schreibst schon ganz richtig. Das wird sicherlich Mumm erfordern. Aber die Idee, sich hierbei gegenseitig zu unterstützen und zu motivieren, reizt mich sehr. Und ich bin immer sehr motiviert, wenn ich herausgefordert werde.

    Die Idee der Unterstützung ist mir allerdings nicht neu. Eine Mastermind Gruppe zu suchen bzw. eine zu gründen, steht auch schon länger auf meiner Liste. Nur nie gemacht…

  5. Sascha Ballach says:

    Hallo Andreas,

    ein paar haben sich schon gemeldet, dass sie sich noch was überlegen. Mal sehen ob sie so lange überlegen,bis ich es wieder vergessen habe. 😉 Mach Du doch einfach den Anfang. Achja, eine Dame hat sich privat bei mir gemeldet, sie möchte anonym bleiben, macht aber mit.Das ist eine Aktion, die geht über Monate, der eine oder andere wird schon noch drauf einsteigen. 😉

    Ich habe bisher keine allzu guten Erfahrungen mit Mastermindgruppen gemacht. Die Idee ist super, aber so wirklich geklappt hat es nie, aber ich versuche es weiter. 🙂

    Gruß Sascha

  6. Andreas Ziesmann says:

    Jo, ich bin noch nicht fertig mit meiner Liste. Im Moment muss ich ja noch zu festen Zeiten arbeiten.

    Ich habe noch keine Erfahrungen mit Mastermindgruppen. Also sag ich einfach mal: was wäre, wenn du nur noch nicht die richtigen Leute dafür hattest, mit denen es super funktionieren würde? 😉 Ich liebe den What If Frame.

  7. Sascha Ballach says:

    🙂 Andreas, siehste, da geht es Dir wie ein paar anderen. Ich bekomme allerdings schon die ersten Erfahrungsberichte rein von Leuten, die das eher anonym machen. 🙂

    Und ja, ich bleibe natürlich bei der Mastermind-Gruppe dran, aber mit 2 Coaches/Mentoren fahre ich im Moment auch ganz gut. 😉

  8. Andreas Ziesmann says:

    Moin Sascha,

    so bevor du denkst, hier kommt nichts mehr, hab ich jetzt meine Liste zum Besten gegeben. Allerdings habe ich lieber ins Forum geschrieben. Als Kommentar wäre das denke ich etwas lang gewesen.

    Besten Gruß
    Andreas

  9. freddy says:

    hallo sascha—melde dich doch mal bei mir–du könntest mein bruder im geiste sein–habe seit 15 jahren angst und lebe in der komfortzone–würde gerne was machen–bis dann freddy

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