Ist Mut das Gegenteil von Angst?

hat angst ein Gegenteil oder ist es einfach die Abwesenheit von Angst? Was ist dann da? Vor spirituellen Führern höre ich oft, dass Liebe das Gegenteil von Angst ist. Angeblich lässt sich alles auf diese beiden Gefühle runterbrechen. Nur wie verwandelt man Angst in Liebe? Im NLP gibt es die Fast Phobie Cure. Ok, sie hat schon vielen Menschen im Umgang mit ihren Ängsten geholfen. War dann in ihnen statt dessen Liebe? Ich denke nicht. Sie ist also nur ein Schritt auf dem Weg. Wie geht es dann weiter? Wie entwickelt man bedingungslose Liebe und ist so angstfrei? Auf alle Fälle erfordert das viel Mut. Mut ist also nicht das Gegenteil von Angst aber hilfreich auf dem Weg von der Angst zur Liebe.

Wenn Du immer über neue Blogeinträge informiert werden möchtest, dann trage Dich hier ein:

3 Kommentare
  1. Mike der Schamane says:

    Nein dem ist (in meinem Weltmodell) nicht so

    Angst hat kein Gegenteil; Angst (altdeutsch: Angustung = Enge, Leere)

    Liebe hat kein Gegenteil

    Fehlt mir Liebe empfinde ich Angst

    Je mehr Energie ein Mensch in sich hat desto größere Angstgefühle kann er auch in sich erzeugen. Wohl auch darum haben Angstpatienten ein so geringes Energieniveau weil sie dadurch ihre Angst ebenfalls gering und für sie erträglich halten.

    Mein aus dem Schamanismus stammender Rat ist: Weiche nie deinen Dämonen (anderes Wort für Angst) und Ungeheuern, denn es sind deine eigenen. Lass dich notfalls von ihnen fressen oder verbrennen. Die Angst die du dabei empfindest ist nur kurz und danach wirst Du mein Freund dich immer wieder von der Atomarebene aus neu aufbauen und die Leere auffüllen. Das Feuer das Du siehst ist nur ein Symbol für Wandlung und eigenlich ein Geschenk aus dir selbst für dich selbst von deinem Selbst…….

  2. Daniel says:

    JEDES Gefühl hat eine wichtige biologische Funktion. Hier möchte ich zunächst einmal unterscheiden zwischen Gefühl und Emotion. Ein Gefühl ist (in meiner Welt) eine direkte körperliche Reaktion auf die Situation in der ich bin. Eine Emotion ist eine Reaktion auf Erinnerungen usw.
    Aus irgeneiner psychologischen Richtung kommt das Modell der vier Grundgefühle, auf die man alle anderen zurückführen kann. Es sind Freude, Angst, Ärger und Trauer.

    Das Freude toll ist, braucht wohl keine weitere Erläuterung.
    Trauer ist meiner Erfahrung nach notwendig um loslassen zu können. Ich denke, dass selbst jene NLP-ler, die „IMMER ein gutes Gefühl“ haben wollen, keinen Sinn darin sehen, wenn z.B. ein naher Verwandter stirbt, die Trauer mit irgendwelchen Techniken wegmachen zu wollen, oder? (Ich spreche hier wohlgemerkt NICHT von gewohnheitsmäßiger Trauer, Frust oder ähnlichem. Dafür sind solche Techniken natürlich supergeil.) Um nach einer Trennung von seinem Partner diese Beziehung hinter sich lassen zu können, loslassen zu können um wieder offen für Neues zu sein, ist eben erst mal Trauer angesagt. Das kann sehr schnell gehen. Damit ist nicht so ein Blödsinn gemeint wie wochen, monate und jahr(zehnt)e jemandem nachzuweinen 🙂
    Ärger ist notwendig um Entscheidungen zu treffen! Das will ich, das nicht! Punkt! Sollte jemand meine persönlichen Grenzen überschreiten, werde ich ärgerlich um die Grenze klarmachen zu können, meinen Raum halten zu können. Ärger bedeutet nicht, dass ich irgenwie rumtobe, andere fertig mache oder ähnliches. Ein ganz ruhig gesagter Satz, in dem die Energie von Ärger liegt, kann eine durch-schlagende Wirkung haben. Ärger bedeutet einfach dieses Gefühl und die damit bereitgestellte Energie zur Verfügung zu haben, um effektiv handeln zu können.
    Ich als Musiker habe mich sehr intensiv mit dem Thema Angst (Lampenfieber) außeinandergesetzt. Und ich will hier klar sagen, dass Lampenfieber absolut cool sein kann (quasi ein (gratis)Adrenalin-Kick für den man idealerweise sogar noch bezahlt wird!). Diese Art von Aufregung(in dem Fall: Angst!!!), wenn ich es mir erlaube sie zu spüren und zu integrieren, eben nicht wegmachen zu wollen, gibt mir eine unglaubliche Energie und Spielfreude. Und das bedeutet, dass Angst sich dann auch „gut anfühlt“. Sie gehört zu mir dazu. Da wäre ich doch blöd, diese Angst mit irgendeiner Technik wegmachen zu wollen, oder?

    Natürlich sind Techniken (wie Fast Phobia Cure usw.) phänomenal um irgendwelches Zeugs, dass kein Mensch braucht (Phobien, Schuldgefühle, Scham usw) in Nichts aufzulösen. Das ersetzt meines Erachtens nach aber nicht die lebenslange Erforschung seiner Selbst.

    In gewisser Weise bedeutet diese Art des Umgangs mit ALLEN meinen Gefühlen für mich so etwas wie Tiefe oder auch Größe und die immer feiner werdende Wahrnehmung und Integration all dieser Gefühle bedeutet für mich auch persönliches Wachstum und Entwicklung.

  3. Sascha Ballach says:

    Hallo Daniel,

    Deine Unterscheidung zwischen Gefühl und Emotion verstehe ich nicht ganz. Für mich ist jede Emotion auch ein Gefühl, aber nicht jedes Gefühl ist auch eine Emotion.

    Was die 4 Grundgefühle betrifft habe ich ein anderes Modell, kann mich aber auch gut auf Dein Modell einlassen, denn das Ergebnis ist in etwas das Gleiche.

    Was die immer guten Gefühle im NLP betrifft geht das glaube ich in eine andere Richtung. Für mich geht es darum zu lernen die Entscheidung selber zu treffen wie ich mich fühle. Das heißt nicht, dass ich immer jubelnd durch die Gegend laufe. Es heißt aber, dass ich selbst entscheide wenn ich mich schlecht fühle und irgendwann auch sage jetzt ist genug. Das ist eine Fähigkeit, die leider vielen Menschen verloren gegangen ist.

    Na klar kann Angst auch positive Auswirkungen haben, und sei es „nur“ unter Adrenalin dem Löwen davon zu laufen. Heutzutage gibt es allerdings kaum noch Situationen in denen Ängste wirklich berechtigt und hilfreich sind. Auch was das Lampenfieber betrifft frage ich mich, ob es da nicht bessere Wege gibt, um in einen energetischen Zustand zu kommen, als die Angst. Spätestens wenn Sie anfängt uns zu hemmen und uns daran zu hindern Dinge zu tun, die gut für uns sind, dann sollten wir etwas gegen diese Ängste unternehmen. Um dazu einen weiteren Weg zu haben habe ich das „Raus aus Deiner Komfortzone“ Forum gegründet. Indem ich immer wieder meine Komfortzone verlassen trainiere ich meine Flexibilität und stelle mich einer sehr tief sitzenden Angst, der Angst vor Neuem. Das generalisiert dann hoffentlich auch auf andere Ängste, denen ich mich im Zweifelsfall aber auch direkt stelle.

    Bevor ich mich meinen Ängsten stelle beobachte ich mich aber sehr genau, denn diese Ängste wollen mir ja auch etwas sagen. Ich freue mich über jedes Gefühl das in mir aufkommt und beobachte mich in diesem Zustand. Wie Du schon sagst, alle Gefühle sind gut und wichtig für uns.

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.