Mein größtes Sparziel und wie ich dadurch das Thema passives Einkommen ganz anders angehe

Die Deutschen gelten als eine Nation der Sparer. Durchschnittlich besitzt jeder Deutsche über 80.000 Euro. Viele, genauso wie ich, haben von klein auf gelernt, dass Sparen eine Tugend ist und so war ich immer besonders sparsam. Ich war so sparsam, dass mich Freunde auch als geizig bezeichnet haben. Dieser Geiz hat mir viel erlaubt. Ich konnte mir mein Traum Mountain Bike, meinen Traum Computer oder mein Traum Auto kaufen, und dann? Dann war das Geld wieder weg und ich habe von vorn angefangen mit dem Sparen. Während meine Freunde ausgegangen sind saß ich zu Hause und habe gelesen. Während sie verschiedenste Gerichte ausprobiert haben, habe ich mich mit dem Günstigsten begnügt. Ich habe habe verzichtet, um mir später etwas Größeres leisten zu können. Hört sich nicht gerade nach einem lustvollem und erlebnisreichen Leben an, oder?

Mit ca. 18 Jahren stieß ich auf das Konzept des passiven Einkommens und war begeistert. Ich fing an in Fonds, Aktien und Immobilien zu investieren und machte dabei viele Fehler. Auch merkte ich schnell, dass mich zwar die Konzepte interessierten, es mir aber trotzdem nicht gelang tief genug in die Materie einzusteigen, um ein tatsächliches passives Einkommen zu erhalten. Der Hauptgrund war, dass es mir einfach nicht genug Spaß gemacht hat. Der Spaß war aber nötig, um mich intensiv genug mit dem Thema zu beschäftigen. Also suchte ich weiter und stieß auf die so genannten digitalen Informationsprodukte. Wow dachte ich und begann mich mit Online Marketing, Bloggen, Kurs Design, Webinaren usw. zu beschäftigen. So richtig passiv fühlte sich das nicht an, aber es machte Spaß. Inzwischen bin ich in einigen dieser Bereiche Experte und unterrichte es auch, aber es ist trotzdem nicht das, was ich mir unter passivem Einkommen vorstelle. Es ist eine sehr schöne Art des aktiven Einkommens, da es sehr flexibel ist. Egal wo ich bin, ich kann arbeiten. Ich benötige nur einen Computer und Internet. Zusätzlich kommt es mir sehr entgegen, dass ich jetzt mit allen Themen die mich interessieren Geld verdienen kann. Genutzt habe ich das für mich bis jetzt noch nicht richtig, da kommt jetzt mein größtes Sparziel ins Spiel.

passives Einkommen mal anders

Vor einigen Jahren bin ich auf ein Thema gestoßen, welches mich seit dem fasziniert und was mal nichts mit Computern zu tun hat. Fast alles was ich bisher gemacht hatte, hatte direkt oder indirekt mit Computern zu tun. Das Thema ist Permakultur. Wenn mich jemand fragt was das ist beschreibe ich das meistens ungefähr so: “Permakultur ist eine Methode, um Nahrung anzubauen, die sich stark an der Natur orientiert. In der Natur gibt es keine Monokulturen. Alles wächst zusammen. Das führt zwar dazu, dass eine einzelne Pflanze nicht ganz so viel Ertrag hat, aber der Ertrag pro Quadratmeter ist sehr viel höher. Wenn es Maschinen gäbe, die damit umgehen könnten, dann wäre das auch in der Landwirtschaft die bevorzugte Anbaumethode. Für mich hat Permakultur den Vorteil, dass nach einer Anfangsinvestition kaum noch Arbeit nötig ist, da alles von allein wächst, wie eben in der Natur auch.” Diese Beschreibung richtet schon den Fokus in die für mich entscheidende Richtung. Viel Ertrag mit möglichst wenig Arbeit, was einem passiven Einkommen sehr nah kommt.

Mein größtes Sparziel ist daher ein Stück eigenes Land. Man sagt, dass man mit perfekter Permakultur, wofür eine Menge Wissen und Erfahrung nötig ist, mit 300 Quadratmetern eine 4 köpfige Familie ernähren kann. Entspannt geht das mit 800 Quadratmetern. Da ich aber außer einiger Experimente als Stadtmensch so gut wie keine Erfahrung habe und ich auch z.B. einen Teich und einen kleinen Wald auf meinem Grundstück haben möchte, ist mein Ziel 1 Hektar, oder 10.000 Quadratmeter.

Für mich ist dieses Stück Land das perfekte Investment aus folgenden Gründen:

  1. Die Rendite ist sehr hoch. Ich rechne mit einem Kaufpreis von 20.000 Euro für diesen Hektar. Je nach Gegend kann er auch höher oder niedriger liegen. Ich werde noch maximal 5.000 Euro für Geräte, Samen und Pflanzen benötigen und am Anfang etwas Zeit alles zu pflanzen. Schon im ersten Jahr werde ich Erträge haben, die mich teilweise ernähren. Spätestens im dritten Jahr kann ich von den Erträgen leben. Im Moment gebe ich im Monat zwischen 400 und 600 Euro für Lebensmittel aus, da ich fast ausschließlich Bioprodukte kaufe. Das heißt ich spare im Jahr ca. 4800 bis 7200 Euro, wodurch ich nach ca. 5 Jahren die Ausgaben wieder drin habe. Das ist eine Rendite von 20%.
    Die Rechnung stimmt übrigens nicht ganz, da ich mit 10.000 Quadratmetern weit mehr ernten kann, als ich essen kann. Ob ich den Rest verkaufe oder verschenke habe ich noch nicht entschieden. Wenn ich ihn verkaufen sollte, wird die Rendite weit über 20% liegen.
  2. Ich bekomme die beste Qualität meines Essens, die ich bekommen kann. Ich habe in den letzten Jahren viel mit Essen experimentiert und festgestellt, dass die Qualität einen Einfluss auf mich hat. Nur leider lässt sich auch bei Bioprodukten die Qualität nicht wirklich garantieren. Wenn ich meine Pflanzen selbst anbaue, dann weiß ich ganz genau was bei mir auf dem Teller landet.
  3. Die Wahrscheinlichkeit Geld zu verlieren ist sehr gering. Egal wie die Entwicklung weiter geht, Land wird immer etwas wert sein. Und ich muss es auch nicht verkaufen, es reicht ja, wenn ich die Lebensmittel verkaufe.
  4. Mein Investment ist Inflations geschützt. Nicht nur das Land an sich steigt im Wert, wenn die Inflation steigt, sondern auch die produzierten Produkte. Mal davon abgesehen kann mir die Inflation in weiten Stücken egal sein, da ich mir keine Nahrung mehr kaufen muss. Auch auf vieles andere werde ich verzichten können oder eher selten benötigen.
  5. Ich kann jederzeit tauschen. Mit den Lebensmitteln habe ich gute Tauschobjekte. Egal wie sich Geld in Zukunft entwickelt, ich kann immer Essen im Tausch für Dinge anbieten, die ich benötige.
  6. Wenn es erstmal läuft, benötige ich kaum noch Zeit und Geld. Der Gedanke der Permakultur ist es, möglichst die Natur zu imitieren. Die Natur wächst auch, egal ob man sie gießt oder nicht. Sowas wie Unkraut gibt es da nicht. Alles ist im Überfluss vorhanden, zumindest in den Gebieten wo ich lebe. (Ich wage die Behauptung, dass man das auch in vielen anderen Gebieten hinbekommt. Verschiedene Projekte haben das schon gezeigt.) Das heißt, wenn erst einmal alles gepflanzt ist, dann wächst es von allein. Natürlich kann ich dann nicht garantieren, dass ich wieder genauso viele Tomaten wie im letzten Jahr habe, dafür werde ich dann eben mehr andere Pflanzen haben. Der Ertrag wird aber auf jeden Fall reichen, um mich, meine Familie und einige mehr zu ernähren. Und wenn ich Lust habe, oder Wert auf bestimmte Pflanzen lege, dann kümmere ich mich eben ein bisschen darum.

Es gibt sicher noch mehr Gründe und ich habe das auch sehr vereinfacht dargestellt, aber wenn ich mich bei Menschen umschaue, die Permakultur anwenden, dann scheint es auch so einfach zu sein. In den nächsten Jahren werde ich da noch einiges Lernen dürfen und darauf freue ich mich schon sehr. In diesem Blog werde ich auch immer wieder darüber berichten, wie es mit dem Projekt voran geht. Trage Dich hier zum Newsletter ein:

Der aktuelle Stand ist, dass ich auf 1000 Quadratmetern lebe und die ersten Dinge ausprobiere. Wenn alles gut geht werde ich nächstes Jahr auf den Hektar ziehen.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade “Mein größtes Sparziel” von Finanzrocker teil. Schau doch mal bei der Blogparade vorbei und sieh, was andere über ihre Sparziele geschrieben haben.

10 Kommentare
  1. Mario says:

    Ich habe mir dahin ergänzend auch noch Gedanken über die Fortpflanzung der Pflanzen gemacht. Ich habe mich im Urlaub etwas mit Bienen beschäftigt. Das ist ein wundervolles Sahnehäubchen für deine Idee

  2. Sascha Ballach says:

    Hallo Mario,
    Bienen sind natürlich schon geplant. Die Idee komplett vorzustellen wird mehrere Beiträge brauchen, aber da kommt noch einiges. Im Moment bereite ich gerade den Umzug in einen Wohnwagen vor, um zu testen wie es sich dann so lebt. Es wird auch einen Erdkeller geben und 2 Gewächshäuser, ein normales und eins für Tropenfrüchte, auch wenn ich noch nicht so genau weiß wie das geht. Aber es gab ja schon früher Orangerien, da wird das schon gehen. 😉 Und einiges wird sich sicher im Laufe der Zeit entwickeln.
    Liebe Grüße
    Sascha

  3. Moritz says:

    Hallo Sascha,

    ich freue mich, dass du wieder an deinem Blog schreibst.

    Den Weg, den ich zu meinem passiven Einkommen gehe, muss ich noch finden. Ich danke dir, dass du meinen Horizont erweitert hast und die fokussierung vom PC löst. Ein Freund von mir will auch Selbstversorger werden, der Link zu diesem Eintrag ist schon weitergeleitet.

    Für den Wald, den du anlegen willst, ist vielleicht dieser TED-Talk interressant: http://www.ted.com/talks/shubhendu_sharma_how_to_grow_a_tiny_forest_anywhere?language=de

    Kleine Idee am Rande. Falls du dir das Land nicht sofort leisten kannst zu kaufen, dann pachte es doch erst mal. Deutlich geringere Kosten, bei gleichen Einnahmen/Einsparmöglichkeiten.

    Viele Grüße
    Moritz

  4. Mike says:

    Hi Sascha,
    Das gefällt mir sehr gut, was du vorhast. Ich kann das auch alles sehr gut nachvollziehen. Mein Vater ist Imker. Sein Vater ist ebenfalls Imker. Ich selbst möchte irgendwann auch diese Tradition übernehmen. Ein Stück Land möchte ich ebenfalls irgendwann mein Eigen nennen. Ein guter Freund von mir hat in Deutschland ein kleines Stück Land von der Stadt gepachtet. Am Ende hat die Stadt es ihm sogar geschenkt. Also einfach mal nachfragen kostet nichts. Ich befasse mich zurzeit auch intensiv auf meinem Blog mit dem Thema passives Einkommen. Mein Ziel ist die finanzielle Freiheit, so wie ich sie für mich persönlich definiere: In jedem Moment Herr über mich selbst und meine Zeit zu sein.
    Viel Glück weiterhin.
    saludos,
    Mike

  5. Sascha Ballach says:

    Hi Mike,

    Bienen hätte ich auch gern. Vielleicht kannst Du mir da ein paar Tipps geben. Vielleicht magst Du ja auch einen Gastbeitrag dazu schreiben, auch wenn es nichts mit Deinem konkreten Thema zu tun hat. 😉

    Liebe Grüße
    Sascha

  6. Schulze says:

    Städter lass dir gesagt sein, Warum gleich in die vollen springen? Deine Ziele sind unrealistisch und Teoretisch. Kaum Arbeit damit haben…..
    Dann müßte ja jeder großgrundbesitzer-Bauer Geld ohne ende haben. Die Realität sieht anders aus. Zumindest in meiner Gegend.
    Ich empfehle dir. Mache eine mini version deines Garten zb. auf deinem Balkon oder in einem Blumenkübel auf dem Fensterbrett du wirst sehen wie viel arbeit dies doch macht. Zb. 10.000m2 mal 1Stunde arbeit die Woche (Giessen/unkraut/düngen/verdürtes zeug wegmachen/Schauen das die Tiere nicht die ganze Ernte fressen/zum schluss ernten) geteilt durch 3Std. Arbeit am Tag unter der Voraussetzung du hast noch ein normales job dem du nachgehen möchtest sind das 3.333Tage.
    Wenn das erfolgreich läuft besuche ein Bauern und begleite ihn bei der Arbeit.
    Wenn deine komische mischzeug idee so gut wäre warum macht das nicht jeder 2 Landbesitzer, die Leute sind dochnicht blöd? Es funktioniert nicht.
    In meinen Augen stellst du dir etwas was vor was du nicht hast, in diesem Fall ein eigenes Land und dan werden viva Tunnelblick alle nachtele und Hacken ausgeblendet weil man was man nicht hat sich ja besser vorstellt als das was man in realität hat und dort die nachteile und hacken sieht.

  7. Sascha Ballach says:

    Hallo,

    danke für den Hinweis. Du hast Recht, industrielle Landwirtschaft ist so nicht möglich, aber das ist auch nicht mein Ziel. Ich probiere einiges schon aus und ich kenne genügend Leute, die das Konzept schon umsetzen und wo es funktioniert. Das Konzept stammt nicht von mir. Und ja, es wird am Anfang viel Arbeit machen und auch später noch Arbeit machen. Der dadurch entstehende Nutzen überwiegt das für mich allerdings.

    Gruß
    Sascha

  8. Marcus Stuhl says:

    Vielen Dank Sasche für Deine Darlegung und Sichtweise. Ich finde es sehr wichtig einer Sache nachzugehen an der ich Begeisterung (Spaß) habe und mit dieser Freude geht es einfacher und ist der Grund das ich durchhalte.

    Sehr schön geschrieben – ich werde wieder kommen.

    Alles Liebe
    Marcus

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