30 Tage Supertrial noch einmal von vorne

Knapp über 3 Wochen nach dem Start meiner Supertrial muss ich mir jetzt eingestehen, dass ich es im ersten Anlauf nicht geschaft habe die 30 Tage durchzuhalten. Ich bin an mir selbst und dem Versuch mich zu belügen gescheitert. Ich hatte ja schon an anderer Stelle erwähnt, dass meine größte Herausforderung Disziplin und Kontinuität ist. Genau deswegen werde ich daran auch weiter arbeiten.

Auch wenn ich die 30 Tage noch nicht geschafft habe, habe ich weiterhin vor die 30 Tage zu schaffen. Ich werde allerdings aus den gemachten Erfahrungen die Aufgabe etwas umgestalten. Wie das dann genau aussieht, dazu später mehr. Erstmal möchte ich meine gemachten Erfahrungen auswerten und mit Dir teilen.

In dem Buch „The success principles“ habe ich einmal eine Geschichte gelesen, die scheinbar mehr Wahrheit enthält, als ich es wahrhaben möchte/wollte. Sie handelt von einem Mann, der super fit ist und sehr jung aussieht, obwohl er schon 69 Jahre alt ist. Seit vielen Jahren hält er sich an sehr feste Vorgaben, was seine Ernährung und sein Fitnessprogramm betrifft. Z.B. darf er nur einmal im Monat, zum Vollmond, etwas Süßes essen. Bei seinem 70. Geburtstag versuchen einige Freunde ihn zu überreden etwas Süßes zu essen, auch wenn nicht Vollmond ist. Er weigert sich allerdings stark und sagt, es ist einfacher eine Entscheidung 100% durchzuziehen, als 99%. So isst er auch an seinem 70. Geburtstag nichts Süßes, da nicht Vollmond ist.

Als ich die Geschichte gelesen habe, dachte ich mir, ach, bei einem so wichtigen Ereignis, da kann man doch mal eine Ausnahme machen, schließlich ist es sein 70. Geburtstag und es waren viele hundert Gäste anwesend. Genauso habe ich es dann auch für mich gehalten. Bei unserer Weihnachtsfeier habe ich darauf verzichtet alle meine Punkte zu erfüllen, ich habe also eine Ausnahme gemacht. Ich habe zwar erstmal wieder zurück zu meiner Supertrial gefunden, aber auf einmal tendierte ich jeden Tag dazu irgendeine Ausnahme zu machen. Erst waren es nur kleine Ausnahmen, wie, nicht direkt nach dem Yoga zu schreiben, sondern nochmal ins Bett zu gehen und später zu schreiben. Dann kam eine Reise zu Freunden und nach München, wo ich fast gar nichts mehr gemacht habe und dann war es vorbei mit meiner Supertrial. Ich habe also knapp über 2 Wochen durchgehalten.

30 Tage Supertrial Version 2.0

Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt, dass es in meiner nächsten Supertrial keine Ausnahmen mehr geben wird. Wenn ich ehrlich zu mir bin, dann weiß ich, dass ich auch an dem Tag der Weihnachtsfeier alle Punkte hätte schaffen können, auch wenn es unbequem geworden wäre. Genau das sind die Situationen, wo es darauf ankommt dran zu bleiben und seinen Willen zu nutzen und zu stärken. Mein Coach hat mich da auch noch auf einen wichtigen Punkt hingewiesen:

Selbstvertrauen heißt sich selbst vertrauen zu können

Mit den von mir gemachten Erfahrungen kann ich mir im Moment nicht vertrauen. Ich verspreche mir etwas, finde dann aber Gründe (Ausreden) warum ich das Versprechen nicht halten muss. Ich belüge mich also selber. Wenn ich z.B. morgens nach dem Yoga entscheide, dass ich doch nochmal ins Bett gehe und später schreibe, dann hintergehe ich mich. Ich weiß eigentlich, dass ich dann später vermutlich auch nicht schreiben werde, oder es noch viel schwieriger für mich wird mich dazu durchzuringen, als wenn ich es gleich machen würde.

Damit ist jetzt Schluss. Ich möchte mir selbst vertrauen können. Das heißt, ich muss lernen zu erkennen, wann ich mir selber etwas vormache. Dazu ist so eine Supertrial ideal geeignet, also ein Grund mehr es nochmal anzugehen. Allerdings werde ich es erst nach dem ersten Teil des Trainers Trainings in Thailand angehen, denn so gut kenne ich mich inzwischen, ich würde es nicht schaffen, da ist mein Wille noch nicht stark genug.

Daher gilt ab jetzt, bis zum 24. 1.2011 eine vereinfachte Version. Ich werde jeden Tag Yoga machen und eine Stunde schreiben. Das ist zu schaffen, auch wenn es vielleicht schwer wird. Um mir die Sache zu erleichtern werde ich mindestens 1,5 Stunden vor dem Frühstück aufstehen und Beides vor dem Frühstück erledigen. So entgehe ich auch gleich dem schlechten Gefühl ein spannendes Gespräch verlassen zu müssen, um meine Aufgaben zu erledigen. Das ist dann nämlich genau die Situation, in der ich sehr wahrscheinlich eine Ausrede finden würde. Außerdem werde ich mich an Chris hängen, der seit einigen Wochen jeden Morgen Yoga macht. So habe ich einen Trainingspartner und kann von seiner Gewohnheit profitieren. Außerdem werde ich meine Texte an jedem Tag, an dem ich Internet habe an jemanden schicken, so dass ich mich kontrollierbar mache. Außerdem werde ich demjenigen 1000 Euro zur Verfügung stellen, die er, wenn ich meine Aufgaben nicht erfülle, frei nutzen kann, für mich sind sie dann also weg. Das werde ich am Montag den 27.12.2011 mit ihm klären. Falls ich es tatsächlich trotzdem nicht schaffen sollte und die 1000 Euro weg sind, dann muss ich die 1000 Euro wieder auffüllen und weiter machen. Beides sind unabhängig von der Supertrial Dinge, die ich das ganze nächste Jahr machen möchte, ohne Ausnahme. (Wenn ich körperlich nicht dazu in der Lage bin, dann gilt das natürlich als Ausnahme, wobei schon sehr viel passieren muss, dass ich nicht wenigstens ein bisschen sanftes Yoga machen kann, oder etwas diktieren kann.)

Veränderungen in der 30 Tage Supertrial

Die Hauptänderung wird sein, dass ich mich in jedem einzelnen Punkt so gut wie möglich kontrollierbar mache und auch dafür 1000 Euro einem Freund zur Verwaltung anvertraue, die er komplett behalten kann, sobald ich einen Punkt nicht gemacht habe. Dafür werde ich z.B. jeden Abend Fotos von meinen Schreibtischen machen, ihm meine MIT (most important tasks) Listen schicken usw. Genau werde ich drüber nochmal nach meinem Aufenthalt in Thailand berichten.

Die Supertrial werde ich bis dahin vermutlich auch noch ein wenig erweitern. Ich habe mich zu einem Triathlon olympischer Distanz, das heißt 2,2 km schwimmen, 84 km radfahren und 20 km laufen, angemeldet und möchte dafür trainieren. Außerdem lese ich gerade das neue Buch von Timothy Ferriss „The four hour body“ und habe einige neue Erkenntnisse, die z.B. den Punkt mit den 2000 Kalorien pro Tag verändern werden. Wie gesagt, dazu später mehr.

Wenn Du erfahren möchtest, ob es mir mit diesen Tricks gelingt meinen Willen zu stärken, oder wie ich es schaffe bis zum Triathlon im Juni fit zu sein (im Moment habe ich ca 15 kg zu viel Fett), dann melde Dich einfach hier zum Newsletter an:

14 Kommentare
  1. Tobias says:

    Hey Sascha,

    aller Anfang ist schwer 😉 So gute zwei Wochen hat es bei mir auch gut geklappt, und dann habe ich erst bei einer, dann bei einer anderen Gewohnheit, eine Ausnahme gemacht – und das war’s dann. Die Gründe für Ausreden wurden immer mehr – und kurz vor Weihnachten hat mir dann die Trennung von meiner langjährigen Freundin den Rest gegeben…

    Naja, auch ich werde im kommenden Jahr da wieder anfangen, und auch einige Punkte noch verändern, wo es sich als nötig erwiesen hat.

    Die Geschichte über Ausnahmen habe ich auch gelesen – danke für die Erinnerung daran! Auch das muss ich mir selber noch mal zu Herzen nehmen…

    Viel Erfolg mit der Light-Version und mit dem neuen Start im kommenden Jahr!

    LG Tobias

  2. Inna Janssen says:

    Hi Sascha,

    dass mit den 1000 EUR finde ich richtig gut. Ich weiß noch, als ich vor einem Jahr mal einen Coach nutzte, hatte der mit mir auch anfangs einen 100 EUR Deal gemacht hat: Wenn ich dies und jenes bis zum Zeitpunkt x nicht durchziehe, zahle ich ihm 100 EUR. Später sogar mit 500 EUR. Zu seinem Pech hat er das Geld nie bekommen 🙂

    Natürlich ist das extrinsische Motivation und die ist nicht ganz so gut wie intrinsische. Aber so ist es sicher erst mal besser als wenn die intrinsiche nicht ausreicht.

    Ich frage mich, ob es eine gute Herangehensweise ist, wirklich keine Ausnahmen zuzulassen. Es hilft vermutlich gut, es durchzuziehen. Leidet dann aber dadurch nicht auch die Lebensqualität? Wie wäre es, wenn man sich von vornherein definiert, wie viele Ausnahmen monatlich erlaubt sind?

  3. Andreas Ziesmann says:

    Hallo Sascha,

    die Erfahrung mit den Ausnahmen habe ich auch schon gemacht. Ich fand genau die Geschichte mit dem 70. Geburtstag auch sehr gut in dem Buch „The Success Principles“. Die ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Bei 100% bin ich auch noch nicht, aber ich arbeite dran.

    Viel Erfolg Dir bei der Neuauflage. Ich will im Januar auch eine 30 Day Super Trial starten. Sobald ich wieder in Berlin bin, werde ich mich an das Entwerfen der einzelnen Elemente machen.

    Besten Gruß
    Andreas

  4. Dorian says:

    Hallo Sascha,

    super Idee mit den 1.000 Euro. Nur habe ich mir darüber Gedanken gemacht, ob so eine Bestrafung wirklich zielführend ist. Mal angenommen Du schaffst es einen Tag nicht die Trial einzuhalten. Wahrscheinlich fühlst Du Dich dann eh schon schlecht. Wenn die 1000 Euro dann weg sind, verstärkt es das negative Gefühl noch. Ich tendiere daher zu einem Ansatz der auf Belohnung abzielt. Wenn Du beispielsweise ein halbes Jahr durchgehalten hast, dann gibt Dir Dein Trainingspartner die Hälfte des Geldes zurück und Du gönnst Dir was schönes.

    Leider hatte ich über die Weinachtstage auch Schwierigkeiten meine Gewohnheiten beizubehalten. Zweimal habe ich meine Karate-Übungen ausfallen lassen. Es war jedoch kein Problem das Training wieder aufzunehmen. Das wichtigste Projekt, das tägliche Schreiben meines Buches, habe ich dagegen fortgesetzt und schon über einen Monat durchgehalten 🙂 Inspiriert von Deinem Artikel werde ich nun darauf achten, dass mir so etwas beim Karate nicht mehr passiert.

    Viele Grüße
    Dorian

  5. Peter Neumann says:

    Hallo Sascha,

    mir erscheint es als grundlegend, dass einem die Dinge Spaß machen und am Herzen liegen, zu denen man sich verpflichtet.

    Denn dann kann man mühelos auf „den rechten Pfad“ zurückfinden, wenn man mal abgewichen ist von seiner eigenen Vorgabe.

    Ich z.B. muss mich nicht mehr wirklich zum Sport zwingen, weil’s mir einfach sehr viel Spaß macht.

    Und wenn ich dann mal wirklich 2 oder 3 Tage keinen Sport hatte, fehlt mir was und ich setze alles daran ihn nachzuholen.

    Insofern erscheint mir die Qualität der gesetzten Ziele für das Durchhalten der neuen Gewohnheiten immens wichtig zu sein.

    Greetings
    Peter

  6. Sascha Ballach says:

    Hallo Heinrich,

    danke für die Richtigstellung. Siehste, ich kenne mich da gar nicht mit aus. Ist ja dann sogar fast doppelt so viel wie die olympische Distanz. 😉

    Danke,
    Sascha

  7. Sascha Ballach says:

    Hallo Dorian,

    natürlich ist eine Belohnung auch super, aber die meisten Menschen wollen lieber erstmal das behalten was sie haben, als für etwas zu kämpfen, was sie vielleicht bekommen. Mal davon abgesehen ist das mit den 1000 Euro auch keine Strafe, sondern es macht die Entscheidung eine Ausnahme zu machen nur sehr viel teurer. Im Moment kostet mich das nur eine mehr oder weniger gute Ausrede. Wenn die Ausnahme aber 1000 Euro kostet, dann überlege ich da sicher genauer, ob es mir das wert ist.

    Als Belohnung empfinde ich es auch nicht gerade die Hälfte meines Geldes zurück zu bekommen. Wenn ich die Aktion nicht starten würde, dann könnte ich mein gesammtes Geld viel einfacher behalten. Nach Möglichkeiten das wirklich mit Belohnung zu machen suche ich noch. Dafür müssen die von mir gestellten Aufgaben, aber jemand anderes etwas wert sein, so dass er mich belohnt. Selbst belohnen finde ich Blödsinn, denn das könnte ich ja immer machen.

    Viele Grüße,
    Sascha

  8. Sascha Ballach says:

    Hi Inna,

    🙂 genauso soll es bei mir auch laufen, er soll das Geld nie bekommen.

    Ich finde nicht, dass das extrinsische Motivation ist. Es ist definitiv weg von Motivation, aber das ganze Gebilde habe ich mir ja selber geschaffen und ich bin motiviert meine 1000 Euro zu behalten. Finde ich sehr intrinsisch.

    hm, der Punkt mit der erlaubten Ausnahme ist gar nicht schlecht. Ich habe begonnen die slow-carb Diät aus dem neuen Tim Ferriss Buch zu machen und da ist auch ein Tag dabei, an dem ich alles essen darf. Da mache ich mir mal Gedanken drüber, wie ich das integrieren kann. Danke für den Tipp.

    Gruß,
    Sascha

  9. Sascha Ballach says:

    Hallo Andreas,

    ich bin gespannt. Lass mich dran teilhaben. Wenn Du magst, kannst Du ja auch im Forum über Deine Erfahrungen berichten. Auf Deinen anderen Beitrag werde ich auch noch antworten, Geduld. 😉

    Gruß,
    Sascha

  10. Volker Behn says:

    Hallo Sascha,

    in dieser Woche ist ein interessanter (Titel)Bericht in der Zeitschrift Focus über Motivation. Die meiner Meinung nach wichtigsten Aussagen stammen von dem Neurobiologen Gerald Hüther, einer der kompetentesten Forscher auf diesem Gebiet:

    „Andere durch Strafen oder Versprechen motivieren zu wollen ist hirntechnischer Unsinn“ und

    „Begeisterung ist die neurobiologische Voraussetzung für den Erfolg.“

    Diese beiden Aussagen decken sich auch mit meinen eigenen Erkenntnissen. Und offenbar auch mit denen von Peter.

    Sascha meint: „Und trotzdem muss ich öfter meinen Schweinehund erstmal überwinden, bevor es mir Spass macht.“

    Das ist ja nur ein krass einschränkender Glaubenssatz. Natürlich kannst Du Dir die schlimmsten Strafen ausdenken, wenn Du Deinen Ausreden nachgibst. Mir fallen da auch noch solche Dinge wie Daumenschrauben, Elektroschocker, etc. ein.

    Für jemanden wie mich, der aus der energetischen, heilerischen und schamanischen Richtung kommt, gibt es aber eine weitaus sanftere und liebevollere Methode: Nämlich indem Du Dir ganz einfach vorstellst, wie wunderbar, vorteilhaft und positiv Dein Leben aussehen und Dich genau in diesen Zustand begibst, nachdem Du die Deiner Meinung nach für Dich Deiner Meinung nach anstehenden Veränderungen in Dein Leben integriert hast. Und dann einfach anfängst. Nicht weil Du mußt, sondern weil Dich Deine Begeisterung einfach mitreisst und Du das drängende Bedürfnis hast sofort anzufangen.

    Alles Liebe

    Volker

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  1. […] Viele, die versuchen mehrere Gewohnheiten gleichzeitig einzuführen, scheitern bei den ersten Versuchen. Dies dient ihnen als Lernerfahrung und sie schaffen es trotzdem nach einer gewissen Zeit die kompletten Gewohnheiten durchzuziehen. Meist sind sie dann immer noch schneller, als diejenigen die eine Gewohnheit nach der anderen einführen. Über das Einführen von 12 Gewohnheiten gleichzeitig und dem anfänglichen Scheitern, kannst Du im Blog von Sascha Ballach lesen: Immer mehr Leben Blog […]

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