Ziele setzen vs. Träume leben

In meinem Artikel „Getting Things Done – Wie Du Dinge wirklich zu Ende bringst“ hatte ich schon angedeutet, dass Ziele setzen nicht wirklich gut funktioniert, bzw. einige Kriterien erfüllt sein müssen, auf die sonst eher selten eingegangen wird. Den meisten ist inzwischen bekannt, dass Ziele messbar, positiv, durch Dich selbst erfüllbar, terminiert usw. sein sollten. Dies sind zwar Kriterien, die der Erreichung des Ziels dienen, meiner Meinung nach aber nicht die wichtigsten Kriterien.

Ziele helfen uns klarer zu definieren was wir wollen, so dass wir auch den Weg, der uns dort hin führt, leichter erkennen. Das hört sich erstmal ganz logisch an. Auch ein Ziel messbar, positiv und mit einem konkreten Zeitrahmen zu formulieren und dabei darauf zu achten, dass man das Ziel auch aus eigener Kraft erreichen kann, hört sich gut an. Ich habe inzwischen viele Menschen kennengelernt, die sehr genau wussten, wie man sich angeblich Ziele richtig setzt. Trotzdem haben diese Menschen Ihre Ziele oft nicht erreicht.

Ziele setzen funktioniert nicht

Ein Freund von mir hat als Immobilienmakler gearbeitet und war mit seiner finanziellen Situation unzufrieden. Ich wies ihn darauf hin, dass er in einer super Situation ist, denn er hat seine Finanzen selber im Griff. Verkauft er mehr Häuser, verdient er mehr, ganz einfach. Da er während seines Studiums Zielsetzungsseminare gegeben hatte, war der nächste Schritt klar. Er hat sich ein Ziel gesetzt. Um es vorwegzunehmen, das Ziel hat er nie erreicht. Von außen betrachtet hat er einfach nicht genug dafür getan, um sein Ziel auch zu erreichen. Man könnte sagen er war faul. Das ist allerdings sehr oberflächlich und nicht genau hingeschaut.

Wenn man genauer hingeschaut hat, dann konnte man erkennen, dass er diesen Job nur hatte, weil er dachte er braucht einen Job und da kann man gut verdienen, wenn man sich genug anstrengt. Ansonsten hat ihm der Job keinen Spass gemacht und teilweise widersprach der Job einigen seiner moralischen Vorstellungen. Meiner Erfahrung nach hätte er das Ziel erreichen können, hätte dafür aber einen Preis zahlen müssen. Sehr oft werden Menschen zum Beispiel krank, wenn sie ein Ziel verfolgen, welches eigentlich nicht zu ihnen passt. Der Körper ist sowas wie eine Warnlampe und warnt uns vor jeglicher ungesunder Lebensweise, auch wenn es „nur“ ist, dass wir nicht unser Potential, unsere Träume leben.

Vor zwei drei Monaten hat er sich dann trotz starker Ängste überwunden seinen Job zu kündigen und das zu machen, was er sowieso schon lange machen wollte. Und plötzlich musste er sich gar keine Ziele mehr setzen. Der Weg war klar und er brauchte auch keine anderen Tricks. Seit dem steht er freudestrahlend auf, hat sich in WordPress und HTML eingearbeitet, um seine Homepage zu gestalten und hat seine ersten Kunden. Inzwischen geht alles fast wie von selbst. Natürlich muss er immer noch arbeiten, teilweise auch sehr viel mehr als vorher, aber es macht ihm Spass und gibt ihm Energie. Es ist auch nichts mehr zu sehen von angeblicher Faulheit.

Träume/Berufung finden statt Ziele setzen

Mein Freund hat scheinbar seine aktuelle Berufung gefunden und lebt seinen Traum. Natürlich muss er trotzdem Hindernisse überwinden, sich zum Beispiel in HTML und WordPress einarbeiten, aber das macht ihm Spass, weil er es nicht nur für ein Ziel, sondern für seinen Traum macht. Es geht ihm nicht darum 100.000 Euro auf dem Konto zu haben bis 31.12.2012, sondern er möchte seinen Traum leben und weiß genau wie das dann aussieht und sich anfühlt. So ist er motiviert auch Dinge zu tun, die er für seinen Immobilienjob vermutlich nie getan hätte.

Wie Du Deine Berufung finden kannst, das ist nochmal ein ganz eigenes Thema, dem ich einen Teil meines Workshops „Träume Dein Leben, lebe Deinen Traum“ widme. Außerdem habe ich zu dem Thema einen Beitrag in der Einfach Ja geschrieben, den ich eingescannt habe und den Du hier lesen kannst: „Sich von der Berufung finden lassen“ Und ich schreibe zu diesem Thema gerade an einer Artikelserie. Am Besten Du meldest Dich zum Newsletter an, dann erfährst Du sofort, wenn ich die Serie fertig online gestellt habe:

9 Kommentare
  1. Martin says:

    Mir scheint, dass dieser „Flow“ der sich da im Beispiel Deines Freundes ergeben hat, viel mit der Art und Qualität der Entscheidung zu tun hat. … welche wiederrum zur Vision/zum Traum passt.

    Danke für die Denkanstösse 😉

  2. Christa Herzog says:

    Nachdem man sich ein Ziel gesetzt hat, muss man einen Plan machen, wie man das Ziel erreicht und dann muss man tätig werden. Wenn man ein „mehr Geld verdienen Ziel“ gewählt hat, muss man wissen, wozu man mehr Geld verdienen möchte. Das wird das Hauptziel. Ein Ziel kann man nur erreichen, wenn es Emotionen weckt. Das erreicht man nicht mit Geld, sondern mit dem, was man mit dem Geld machen möchte oder was Geld für den einzelnen darstellt.

  3. Denny says:

    Ich finde diesen Artikel sehr gut geschrieben
    Leidenschaft zu finden genügt vollkommen, denn dann WILLST DU weitermachen, du MUSST nicht. Dieser unterschied ist entscheidend
    Denny
    PS: Schreibt der Autor in diesem Blog noch etwas? dieser Artikel ist von August und ist der letzte 🙁

  4. Sascha Ballach says:

    Hallo Denny,
    danke für Dein Feedback. Ja, es wird wieder Beiträge geben. Mein Mentor hat mir empfohlen den Blog weiter zu führen, auch oder gerade wenn ich viele andere und größere Projekte habe. Diese Woche bin ich noch in Israel, aber danach werde ich einen Teil meiner Zeit auch wieder in den Blog fließen lassen.
    Gruß,
    Sascha

  5. Andrea says:

    Interessanter Artikel! Da fällt mir eine Redenart ein, über die ich letztens gestolpert bin:
    „Goals = Dreams with deadlines“
    „Ziele sind Träume mit Deadline“
    Mein Blog http://freilaufmenschen.com dreht sich um ein ähnliches Thema….
    Freue mich auf weitere Artikel hier.

  6. Alexander Beck says:

    Für mich bedeutet seine Berufung finden, aus Inspiration zu handeln. Und wer aus Inspiration handelt, muss sich nicht „zwingen“ ein Ziel, oder egal was zu erreichen.

  7. Sascha Ballach says:

    Hallo Alexander,

    das sehe ich genauso. Allerdings wissen nicht alle was ihre Berufung ist und ich habe festgestellt, dass man der Berufung näher kommt, wenn man erstmal ein paar Ziele verfolgt. Andererseits fällt mir z.B. Steuererklärung ein, die mir auch weiterhin keinen Spass macht und zu der ich mich zwingen muss, auch wenn es für ein Ziel ist, das mich richtig aus dem Bett rauszieht.

    Gruß,
    Sascha

  8. Hendrik Pleil says:

    Wenn wir uns selber auch in nur kleinen Tätigkeiten des Alltags beobachten, können wir feststellen, dass alles was wir von „außen“ aufgedrückt bekommen, nur widerwillig oder gar nicht erledigen. Dinge, für die wir uns bewusst entscheiden, gehen ganz einfach von der Hand. Und so ist das natürlich auch mit unseren großen Zielen. Die Motivation dahinter ist entscheidend.

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