positives und negatives Denken war gestern

Lies die folgenden 4 Sätze und überlege Dir, mit welchen Du übereinstimmst und mit welchen nicht:

  1. Du bist eine bestimmte Art von Person und es gibt nicht viel, was daran etwas ändern kann.
  2. Egal was für eine Art von Person Du bist, Du kannst Dich immer grundlegend verändern.
  3. Du kannst Dinge anders tun, aber die wichtigen Teile von wer Du wirklich bist können nicht verändert werden.
  4. Du kannst immer auch die Basis von der Person verändern, die Du bist.

Welchen dieser Punkte stimmst Du zu? Stimmst Du 1 und 3 zu, dann hast Du eine „feste geistige Haltung“. Und wenn Du 2 und 4 zustimmst, dann hast Du eine „wachstumsorientierte geistige Haltung“. (Bei anderen Kombinationen scheinst Du ein wenig konfus.) Wie ich Dir gleich erläutern werde, kann diese geistige Haltung für vieles in Deinem Leben verantwortlich sein.

Menschen, die eine feste geistige Haltung haben, gehen davon aus, dass sie bestimmte Fähigkeiten haben und andere nicht. Das fängt schon in der Schule an. So glauben sie vielleicht, dass sie gut in Mathematik, mittelmäßig in Naturwissenschaften und schlecht in Sprachen sind. Das können sie vielleicht ein bisschen verändern, aber die Grundlagen bleiben. Sie verlassen nicht gerne ihre und machen Neues, weil es sein könnte, dass ihnen das nicht auf Anhieb gelingt, dass sichtbar wird, dass das keine vorhandene Fähigkeit ist und andere denken sie sind Verlierer. Das kann sogar so weit führen, dass sie wenn sie Neues wagen nicht viel Energie reinstecken, denn wenn es zu ihren angeborenen Fähigkeiten gehört, dann müssen sie ja nicht viel investieren, dann ist es ja schon da. Und wenn nicht, dann lohnt es den Aufwand auch nicht.

Im Gegensatz dazu gibt es die Menschen, die eine wachstumsorientierte geistige Haltung haben. Sie glauben, dass ihre Fähigkeiten wie Muskeln sind, die sie nur trainieren müssen. Wenn sie schlecht in Sprachen sind, dann glauben sie, dass das nur ein momentaner Zustand ist und sie mit genügend Übung sehr gut darin werden können. Sie können besser mit Fehlern und mit Kritik umgehen, denn sie wissen, dass sie daran wachsen.

Nachdem Du die beiden Haltungen kennengelernt hast und Deine Haltung identifiziert hast, interessiert Dich vermutlich, welchen Einfluss Deine Haltung auf Dein Leben hat und ob und wie Du sie verändern kannst wenn nötig. Carol Deck, Professor für Psychologie an der Universität Stanford, hat ihre Kariere damit verbracht die beiden Haltungen zu studieren und kam zu einem klaren Ergebnis. Wenn Du Dein volles Potential leben möchtest, dann brauchst Du die wachstumsorientierte Haltung. Genaueres findest Du in Ihrem Buch „Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt„.

Sie hat Studien mit olympischen Athleten, Musikern und Geschäftsleuten gemacht und das Ergebnis ist, mit einer wachstumsorientierten Haltung kannst Du fast alles erreichen. Menschen mit dieser Haltung, die, die sich gern fordern, Risiken eingehen, Feedback annehmen, können gar nicht anders als voran zu kommen.

Menschen mit einer festen Geisteshaltung gehen davon aus, dass sie Dinge entweder von Anfang an können, oder es nicht ihrs ist. Menschen mit einer flexiblen Geisteshaltung wissen, dass sie nicht alles von Anfang an können und sie wissen, dass sie mit genügend Training alles erreichen können. Sie planen die Fehler und Rückschläge in ihre Pläne ein und nutzen sie, um noch schneller und mehr zu lernen. So bleiben sie ausdauernd an ihren Zielen und erreichen früher oder später ihr Ziel.

Wie kannst Du eine flexible Geisteshaltung entwickeln?

  1. Akzeptieren.
    Akzeptiere, dass Du vielleicht eine ziemlich feste Geisteshaltung hast. Und akzeptiere, dass Forschungen scheinbar gezeigt haben, dass eine flexible Geisteshaltung der festen Geisteshaltung überlegen ist und Dir zu einem glücklichen und in allen Bereichen Deines Lebens erfolgreichen Leben verhelfen kann. Malcom Gladwell hat in seinem Buch „Überflieger“ aufgezeigt, dass Talent gar nicht so wichtig ist. Fast jeder kann mit ca 10 000 Stunden Übung zum Profi in dem entsprechenden Bereich werden.
  2. Beobachten.
    Beobachte Dich und Deine Gedanken. Beobachte, wann Du Gedanken wie „Ich bin …“ oder „Ich habe …“ denkst. Mit diesen Gedanken legst Du Dich auf bestimmte Eigenschaften fest und das ist nicht so hilfreich, selbst wenn das positive Gedanken sind. Wenn Du zum Beispiel denkst „Ich bin stark.“, dann mag das erstmal positiv klingen. Mit solchen Gedanken hältst Du Dich aber davon ab weiter zu trainieren und noch stärker zu werden. Warum solltest Du trainieren, wenn Du schon stark bist?
  3. Gedanken verändern.
    Überlege Dir, wie Du stattdessen lieber denken würdest. Was wäre ein flexibler, auf das Wachstum orientierter Gedanke? Um bei dem Beispiel aus Punkt 2 zu bleiben könnte zum Beispiel ein besserer Gedanke sein: „Mit jedem Training werde ich immer stärker.“ Welchen Gedanken hättest Du gerne? Verändere Deinen alten Gedanken jedes Mal, wenn er Dir auffällt. Werde Dir Deines alten Gedanken bewusst und entscheide bewusst, wie Du ab jetzt stattdessen denken möchtest. Das gelingt vielleicht nicht sofort. Vielleicht fällt es Dir erst Stunden später auf, dass Du mal wieder einen festen Gedanken hattest. Egal, denke an die Situation und denke stattdessen den gewünschten Gedanken. Du wirst feststellen, dass Dir die zu verändernden Gedanken immer früher auffallen, irgendwann fällt es Dir während des Denkens auf und dann hast Du sie ersetzt.

Kindern eine flexible Geisteshaltung beibringen.

Kennst Du das, wenn Eltern zu Kindern sagen: „Du bist klug!“, „Du bist sportlich!“ und so weiter? Bisher hätte ich gedacht, dass man dem Kind damit Gutes tut. Laut Carol Deck führt das allerdings zu einer festen Geisteshaltung. Die Kinder glauben, dass sie das sind und das fest steht. Laut Carol Deck ist es besser, sowas zu sagen wie „Ich bin stolz auf Dich, wie hart Du an diesem Projekt gearbeitet hast.“, „Es ist gut, dass Du Deinem Trainer zugehört hast. Du hast das heute schon viel besser gemacht.“ und so weiter. Das führt zu einer flexiblen Geisteshaltung. Der Fokus liegt nicht darauf, was man ist oder nicht ist, sondern darauf, wie man Dinge erreicht hat. Darauf, dass es möglich ist durch die richtigen Schritte überall hin zu kommen.

Du kannst Dich hier ganz einfach für meinen Newsletter anmelden und so noch mehr Beiträge zu diesem und anderen Themen bekommen:

2 Kommentare
  1. Peter says:

    Das mit den Kindern hat schon etwas für sich. Vor allem wenn das Kind negatives Feedback von den Eltern bekommt (z.B. du bist zu dick, du bist faul usw.). Das muss sich doch zwangsläufig einbrennen bei einem Kind und es bekommt das Gefühl, dass es nicht gut genug ist und auch nichts daran ändern kan.

  2. Sascha Ballach says:

    Hallo Peter,
    das mit den negativen Programmierungen ist ja inzwischen schon sehr vielen Leuten klar. Spannend finde ich, dass man mit ähnlichen vermeintlich positiven Programmierungen scheinbar fast genausoviel, wenn nicht sogar mehr Schaden anrichten kann. Durch die negativen Programmierungen könnte zumindest der Leidensdruck irgendwann so groß sein, dass sich die entsprechende Person davon lößt und aufhört diesen Mist zu glauben. Bei der positiven Programmierung gibt es ja offensichtlich keinen Grund dafür, es sei denn, man ist sich bewusst, dass man in einer festen geistigen Haltung steckt.
    Gruß, Sascha

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.