Das Leben ist ein Spiel – spielerisch motivieren

Vor einiger Zeit habe ich das Buch „The Game – Win your life in 90 days“ von Sarano Kelley gelesen. Nicht zu verwechseln mit dem Buch The Game von Neill Strauss. Dieses Buch hat mich mit der Idee, das Leben als ein Spiel zu betrachten, infiziert und auch schon ein mögliches Spiel erklärt. Allerdings war mir das dort erklärte Spiel zu trocken und basierte nur auf der weg von Motivation, also auf Strafen, wenn man nicht richtig spielt. Meiner Meinung nach kommt es in einem Spiel aber darauf an, dass man belohnt wird, wenn man Hindernisse überwunden hat. Man bekommt Erfahrungspunkte oder Geld oder darf neue Welten entdecken usw. Daher habe ich das Konzept überdacht und grundlegend neu entwickelt und weiter gedacht.

Der ursprüngliche Gedanken des Buches kurz zusammengefasst war es, sich für verschiedene Lebensbereiche Ziele und dazu Aufgaben zu überlegen und die Aufgaben messbar zu machen. Also, sich zum Beispiel vorzunehmen, dass man 10 Kilo abnehmen will und dafür 10 Wochen lang jede Woche mindestens ein Kilo abzunehmen, als kleine Zwischenziele. Um diese Zwischenziele zu erreichen, kann man sich dann Aufgaben stellen, wie alle 2 Tage 1 Stunde laufen. Wenn man das gemacht hat, bekommt man einen Punkt und wenn nicht, bekommt man Punktabzug. Man muss eine bestimmte Punktzahl erreichen, sonst muss man irgendeine Strafe machen. Insgesammt spielt man das Spiel 90 Tage. So kann man nach den 90 Tagen die Regeln ändern und neue Aspekte, veränderte Lebensumstände und neue Lebensbereiche einfließen lassen.

Mal abgesehen von dem oben genannten Manko hört sich das für mich einfach nicht nach einem Spiel an. Wie oben schon erwähnt fehlte mir komplett das Belohnungssystem. Mir fehlte aber nicht nur das Belohnungssystem, sondern auch der Aufstieg in höhere Level mit größeren Möglichkeiten. Ich habe mir gedacht, das kann ich doch als eine Art Rollenspiel gestalten. Man bekommt eine oder mehrere Aufgaben, die man lösen muss. Mal gibt es eine Zeitbeschränkung, mal nicht. Beim Lösen der Aufgaben sammelt man Erfahrungspunkte, Geld und vielleicht auch noch die eine oder andere Ressource ein. Mit genügend Erfahrungspunkten bekommt man Zusatzaufgaben, die einem zusätzliche Belohnungen bringen. Mit genügend Geld kann man sich Dinge kaufen, die es einem leichter machen die Aufgaben zu lösen und auch auf die Ressourcen kann man zurück greifen, um Aufgaben leichter zu erledigen. Wenn alle Aufgaben erledigt sind, bekommt man entweder eine sehr viel schwierigere Aufgabe, die auf den vorherigen Aufgaben aufbaut, um ins nächste Level zu kommen, oder man kommt einfach so ins nächste Level. Am Anfang kann man wählen ob man einen Zauberer, Heiler, Spion usw. spielen möchte, das heißt, man kann wählen, ob man ein Spiel für seine Gesundheit, für seine Finanzen, für sein verbessertes Kommunikationsverhalten oder oder oder spielen möchte. Es wird natürlich auch unterschiedliche Härtegrade, Bestenlisten und Multiplayerspiele geben.

Ich bin gerade dabei mein eigenes Spiel zu designen, zu spielen und dabei zu optimieren. Falls auch Du Dein Spiel designen willst, dann hier noch ein paar Tipps:

  1. Überlege Dir als wer Du gerne spielen möchtest, also in welchem Bereich Du gerne Dein Leben verbessern möchtest. Das Buch The Game empfiehlt mindestens 5 Bereiche gleichzeitig zu spielen. Die Begründung finde ich sehr logisch. Nur wenn Du so viele Bereiche gleichzeitig angehst, veränderst Du Dein Leben wirklich. Du bist auf einmal jemand anderes und ganz anders unterwegs. Da das Spiel zeitlich begrenzt ist, kannst Du einfach mal für 90 Tage in eine ganz andere Rolle schlüpfen.
  2. Überlege Dir, ob Du Dein Spiel zeitlich begrenzen möchtest und wie lange Du spielen möchtest.
  3. Welche Ziele möchtest Du wann erreicht haben? Definiere sie messbar.
  4. Welche Aufgaben musst Du erledigen, um Dein Ziel zu erreichen?
  5. Denke Dir ein Punktesystem aus. Du kannst zum Beispiel ein System machen, welches abhängig von Deinen erreichten Ergebnissen Zusatzpunkte gibt. Jeder Kilometer, den Du pro Woche mehr gejoggt bist bringt Dir 10 zusätzliche Punkte.
  6. Lass Dir Belohnungen einfallen, die Du bekommst, wenn Du bestimmte Punktzahlen erreicht hast. Natürlich kannst Du Dich auch selber belohnen, aber noch mehr Spass macht es, wenn Dich jemand anderes belohnt. Du willst zum Beispiel eine ordentlichere Wohnung und nimmst Dir vor jeden Abend abzuwaschen? Dann frage Deinen Partner, ob er Dich unterstützt und Dich zum Beispiel massiert, jedes Mal, wenn Du 7 Punkte hast. Er hat ja auch etwas davon, wenn die Wohnung ordentlicher ist (wenn ihr zusammen wohnt). Oder frage Deinen Chef, ob Du einen Tag frei bekommst, wenn Du ein bestimmtes Ziel erreicht hast. Du musst da kreativ sein und mit ein paar Leuten verhandeln. Da fängt das Spiel schon an. 😉
  7. Was passiert, wenn Du ein Leben verlierst, also die Aufgaben nicht erfüllst? Ich denke Spiele machen auch deswegen Spaß, weil die Möglichkeit besteht zu verlieren und weil es spannend ist immer noch weiter zu kommen. Lass Dir kleinere Strafen einfallen und größere. Vielleicht überlegst Du Dir ja sogar wirklich sowas, wie ein Leben zu verlieren und das Level noch einmal von vorne zu beginnen. Eine bestimmte Anzahl von Leben kann dann vielleicht sicherstellen, dass Du nicht zu oft gegen eine mögliche Wand läufst. Es kann ja auch einfach sein, dass die Rolle des Zauberers einfach nichts für Dich ist und Du lieber den Heiler spielen solltest. 😉
  8. Lege den Spielplan fest. Ich habe mir dazu eine Excel bzw. OpenOffice Tabelle angelegt und dort alle Aufgaben eingetragen. Die Spalten sind die Tage und ich habe dort Formeln drin stehen, die die gesammelten Punkte berechnen. Du kannst das aber auch auf dem Papier oder in einer ganz anderen Form machen.
  9. Los gehts. Spiele Dein Leben, es lohnt sich und macht Spaß.

Wenn Dir das zu komplex ist, Du mehr Information dazu haben möchtest, oder einfach nur mit anderen zusammen spielen möchtest, dann ist mein Workshop dazu vielleicht genau das Richtige für Dich. Dort entwerfen wir zusammen Dein Spiel und unterstützen Dich auch beim Spielablauf. Hier findest Du mehr Information:
Träume Dein Leben, lebe Deinen Traum

In Zukunft werde ich so nach und nach zu unterschiedlichen Themen allgemein gestaltete Spiele entwickeln, die jeder ganz einfach spielen kann, ohne den eben von mir beschriebenen Aufwand. Falls Du Ideen für mögliche Spiele hast oder mir beim Entwickeln helfen möchtest, dann schreibe mir einfach. Falls Du informiert werden möchtest, wenn die Spiele verfügbar sind, dann trage Dich einfach hier in meinen Newsletter ein:

5 Kommentare
  1. Tobias says:

    Geil! „Das Leben als Spiel“ beschäftigt mich schon seit Jahren – und auch die Idee, daraus etwas Rollenspiel-artiges zu machen, trage ich schon länger mit mir herum. Vielleicht kann ich mich ja auch in die Entwicklung einbringen.

    Das Leben als RPG zu spielen finde ich gut. Ich würde aber noch einen Multiplayer-Aspekt mit hinein bringen – denn gemeinsam macht Spielen nicht nur mehr Spaß, sondern man kann auch Dinge erreichen, die alleine gar nicht möglich oder zumindest viel schwerer sind.

  2. Thomas says:

    Das Leben ist schön (Originaltitel: La vita è bella) ist ein italienischer Film von Roberto Benigni aus dem Jahr 1997:

    „Um seinen Sohn zu beschützen und ihn vor der grauenvollen Realität zu bewahren, erzählt er ihm, der Aufenthalt sei ein kompliziertes Spiel, dessen Regeln er genau einhalten müsse, um am Ende als Sieger einen echten Panzer zu gewinnen. Hierbei versucht er alles Mögliche, um seinem Sohn den Aufenthalt im Lager so angenehm wie möglich zu gestalten und die Fassade der Lüge aufrecht zu erhalten.“

    aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Leben_ist_schön

  3. Sascha Ballach says:

    Hallo Jens,

    stimmt, interessante Review. Ich würde ihn auch so einschätzen. Trotzdem enthält das Buch meiner Meinung nach einige gute Ideen, leider nicht bis zum Ende durchdacht.

    Gruß,
    Sascha

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