Buchrezension: Ernährung für Mensch und Erde – Grundlagen einer neuen Ethik des Essens von Christian Opitz

Christian Optiz, der schon in seinen ersten Lebensjahren durch phänomenale Intelligenz auffiel, hat hier ein Buch geschrieben, welches auf sehr zurückhaltende Weise Gründe für eine vegetarische, vegane oder sogar rohköstliche Ernährung liefert. Die meisten Ernährungs- und gerade Rohkostbücher die ich bisher gelesen habe, sind sehr dogmatisch und belehrend geschrieben. Da ist dieses Buch anders. Christian Opitz setzt mit diesem Buch zum Rundumschlag an. So führt er neben den fast schon obligatorischen gesundheitlichen Gründen auch ethische, religiöse und spirituelle Gründe für eine Ernährung ohne tierische Produkte auf.

Überblick über das Buch

Neben den vielen interessanten Inhalten, von denen ich gleich noch berichten werde, gefällt mir vor allem, die entspannte Haltung des Autors. Er möchte nicht mit Angst oder Panikmache den Leser bewegen die Ernährung komplett umzustellen, sondern er stellt einige Konzepte vor, warum es für den Leser, für dessen Mitmenschen und die Welt besser wäre, wenn er mehr und mehr auf tierische Produkte verzichtet. Die Empfehlung geht dabei immer wieder Richtung möglichst viel Rohkost, was natürlich auch begründet wird. Und genau das gefällt mir so gut. Er empfiehlt möglichst viel Rohkost. Er sagt nicht, Du musst Rohkost ausschließlich Rohkost essen, sonst stirbst Du einen quahlvollen Tod oder was andere Autoren ähnlicher Bücher schreiben. Seiner und auch meiner Meinung nach sollte die Art des Essens keine Religion sein. Es ist wichtiger sich beim Essen und mit dem was man isst wohl zu fühlen, als sich zu irgendwas zu zwingen. Die negativen Gedanken und Gefühle, die dabei entstehen, oder auch das schlechte Gewissen, falls man doch mal was isst, von dem man weiß, dass es nicht so gut für einen ist, können genauso schädlich sein.

ethische Gedanken zur Ernährung

Die ersten Kapitel des Buches widmet Christian Opitz dem Thema Ethik. Er führt Beispiele auf, die zeigen sollen, dass Tiere keine niederen Lebewesen sind, die wir einfach nach Belieben töten und ausbeuten können. Auch dabei geht er sehr sanft vor. Ich habe vor einigen Tagen eine Dokumentation zu dem Thema gesehen, die da sehr viel aggressiver vorging, was bei mir zu der Entscheidung  geführt hat, dass ich den Verzehr von tierischen Produkten fast komplett eingestellt habe. Wenn Du Dich traust (von einigen Freunden habe ich die Rückmeldung bekommen, dass sie den Film nicht komplett schauen konnten), dann kannst Du ihn hier einfach schauen:

Die Ernährung in den religiösen Lehren

Nachdem er sich den ethischen Betrachtungen gewidmet hat, führt er Beispiele aus allen größeren Religionen auf, die aufzeigen, dass sie sich zumindest früher für eine absolut vegetarische Ernährung ausgesprochen haben und das erst so nach und nach umgeschrieben oder umgedeutet wurde. Mit dem Buddhismus gibt es auch heute noch eine Religion, die über 1 Milliarde Anhänger hat, die sich für die vegetarische Ernährung ausspricht. Neben Beispielen aus den überlieferten Schriften der einzelnen Religionen führt er auch viele geistliche Personen auf, die vegetarisch gelebt haben und leben.

Gesundheit und Ernährung

Nach diesen Überlegungen widmet er sich den gesundheitlichen Aspekten und stellt dabei auch Konzepte, Versuche und Statistiken vor, von denen ich vorher noch nicht gelesen habe und ich habe schon einige Bücher in diese Richtung gelesen. So beweißt er, dass zu viel und vor allem tierisches Eiweiß für den menschlichen Körper sehr schädlich ist und unter anderem zu Kalziumabbau führt. Viel spannender finde ich allerdings das Konzept der SOEFs, welches er leider nicht sehr ausführlich erklärt. Wenn ich es richtig verstanden habe, steht SOEF für Subtle Organizing Energy Field und bedeutet so viel, dass das eine Energie ist, die das gesammte Zusammenspiel unserer Zellen steuert. Sie ermöglicht, dass wir leben und um wirklich gesund leben zu können, brauchen wir möglichst viel von dieser Energie.

SOEFs (Subtle Organizing Energy Field)

In Fleisch ist nichts von dieser Energie mehr vorhanden. Sobald ein Tier tot ist setzt die Verwesung ein und innerhalb kürzester Zeit sind diese Energien verschwunden. Wir müssten also das Fleisch sofort essen, um über Fleisch solche Energien aufnehmen zu können. Auch gekochte Nahrung hat den Großteil dieser Energien verloren. Nur Rohkost hat auch nach Tagen noch sehr viel von dieser Energie, was man zum Beispiel daran erkennen kann, dass Früchte nachreifen, auch wenn es schon ein paar Tage her ist, dass sie gepflückt wurden.

Die meisten SOEFs haben übrigens junge Pflanzen, also Keimlinge und ein paar Tage alte Jungpflanzen. Auch dafür stellt er verschiedene Versuche und Statistiken vor. Außerdem gibt er kurze Anleitutungen, wie jeder ganz einfach zu Hause Keimlinge und Jungpflanzen züchten kann. Das werde ich in nächster Zeit ausprobieren und in einem gesonderten Beitrag darüber berichten.

Vorurteile gegenüber der vegetarischen, veganen und rohen Ernährung

Im weiteren Verlauf räumt er dann noch mit den Vorurteilen gegen die vegetarische Ernährung auf und führt zum Beispiel einen ganzen Stapel an Leistungssportlern mit einer Unmenge an Rekorden auf, die sich alle vegetarisch, vegan oder sogar rohköstlich ernähren. Dabei unterstützt er immer wieder eine seiner Grundaussagen: „Das Leben muss zeigen, ob unsere Annahmen richtig sind.“ Offensichtlich ist tierisches Eiweiß nicht nötig, um Hochleistung erbringen zu können und voller Muskeln zu sein (der Vegetarier Bill Pearl wurde 4 Mal Mr. Universum). Auch diese ganzen Theorien über Vitaminmangel und andere Mangelerscheinungen widerlegt er sehr einfach und nachvollziehbar.

darüber hinaus

Schließlich stellt er eine ganze Menge an Rohkostrezepten vor, die Lust darauf machen sie einfach mal auszuprobieren, widmet sich dem Fasten und welche Bedeutung es für die Ernährung hat und gibt eine kurze Einführung in die Meditation. Die Grundregeln, die er dazu aufführt finde ich so gut, dass ich ihnen einen eigenen Artikel widmen werde.

Fazit

Christian Opitz hat mit diesem Buch einen Überblick über die unterschiedlichsten Fazetten der vegetarischen Ernährung gegeben. Es liest sich sehr schön, so dass ich es nach 2 Tagen gelesen hatte. Das liegt auch daran, dass ich es nicht wirklich aus der Hand legen konnte. Für mich war es ein „Page Turner“. In manchen Bereichen geht er mir leider nicht tief genug ins Detail, was aber nicht so schlimm ist, da er im Text auf sehr viele weiterführende Bücher verweist. Ich habe den Eindruck, dass er auch gar nicht das Ziel hat wirklich tief in die einzelnen Themen einzutauchen. Viel mehr glaube ich, dass er dem Leser die Angst vor der vegetarischen, veganen und rohen Kost nehmen und Ihm Mut machen möchte es einfach mal auzuprobieren. Dabei ist es ihm wichtig, dass man beim Essen Spass haben und sich nicht zu irgendwas zwingen sollte.

Mehr und genauer kannst Du das alles hier lesen:

Ernährung für Mensch und Erde. Grundlagen einer neuen Ethik des Essens

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Was ist die Komfortzone?

Immer wieder propagiere ich das Verlassen Deiner Komfortzone. Jetzt haben Andreas und ich sogar ein ganzes Buch zu dem Thema geschrieben und über 100 Übungen zusammengestellt, die Dir helfen mit viel Spass Deine Komfortzone zu verlassen und zu erweitern.

Aber was ist die Komfortzone eigentlich und warum ist es so wichtig sie zu verlassen?

Für mich hat der Begriff Komfortzone viele Aspekte, weswegen ich mich mit einer klaren Definition noch schwer tue. Immer wieder lese ich im Zusammenhang mit der Komfortzone auch von der Wohlfühlzone. Die Komfortzone wird als der Bereich in unserem Leben beschrieben, in dem wir uns wohl fühlen. Das stimmt größtenteils, aber nicht immer. Sehr häufig benutzen wir den Begriff Alltag. Unseren Alltag würde ich als Teil unserer Komfortzone definieren, aber viele Menschen fühlen sich in und mit ihrem Alltag nicht wohl. Das Wort Alltag hat sogar oft eine negative Unterschwingung. Wir empfinden Alltag teilweise als etwas schlechtes. Der Begriff Wohlfühlzone beschreibt also die Komfortzone nur bedingt. Aber auch der Begriff Alltag ist nicht ausreichend, denn viele Dinge, die nicht zu unserem Alltag gehören, zählen trotzdem zu unserer Komfortzone.

Mit Alltag bezeichnen wir meistens Tätigkeiten und Tagesabläufe, die so immer wieder und wieder vorkommen, die also Gewohnheiten oder Rituale sind. Wir stehen jeden Tag um 7 auf, frühstücken und lesen dabei die Zeitung, fahren immer auf dem gleichen Weg ins Büro und machen immer wieder mehr oder weniger die gleichen Arbeiten. Irgendwann ist Frühstücks- und Mittagspause und nach noch ein paar Stunden Arbeit fahren wir dann nach Hause. Dort erledigen wir vielleicht noch etwas Hausarbeit, spielen mit den Kindern, schauen fern und gehen dann ins Bett, um am nächsten Tag das Gleiche wieder zu machen. All die in diesem Ablauf steckenden Gewohnheiten und Rituale gehören zu unserer Komfortzone, egal ob wir uns dabei wohl fühlen oder nicht.

Teil der Komfortzone sind also unsere Gewohnheiten und Rituale. Außerdem zähle ich zu meiner Komfortzone alles was ich weiß und alles was ich kann. Ab jetzt wird es schwammiger. Ich zähle z.B. auch Länder zu meiner Komfortzone, die ich schon allein bereist habe und in denen ich mich allein zu Recht gefunden habe. Thailand ist für mich so ein Land. Nur wenn ich in Thailand in ländliche Gebiete komme, wo kaum noch Englisch gesprochen wird, dann verlasse ich meine Komfortzone wieder. Du siehst, es ist gar nicht so einfach zu sagen, was genau die Komfortzone ist, weil sie auch für jeden anders ist. Es gibt aber ein paar Hinweise darauf, wie Du Deine Komfortzone erkennen kannst.

Woran erkennst Du Deine Komfortzone?

  1. Alles was für Dich neu ist liegt automatisch außerhalb Deiner Komfortzone. Je nachdem wie weit weg das Neue vom Bekannten ist, umso weiter weg ist es auch aus Deiner Komfortzone. Wenn Du z.B. jeden Tag 10 km joggen gehst, dann sind jeden Tag 11 km nicht wirklich weit aus Deiner Komfortzone. Wenn Du aber jeden Tag statt zu joggen zum Kampfsport gehst, dann ist das schon weiter aus Deiner Komfortzone, unabhängig davon ob Dir das schwer fällt oder nicht. Genauso verhält es sich mit Wissen. Wenn Du eine neue Nuance zu Deinem Spezialgebiet lernst, dann verlässt Du damit zwar Deine Komfortzone, aber nur minimal. Wenn Du Dich mit einem komplett neuen Thema beschäftigst, dann verlässt Du Deine Komfortzone schon sehr viel stärker.
  2. Wie schon oben beschrieben liegen all Deine Gewohnheiten innerhalb Deine Komfortzone. Also alles, was Du immmer so machst ist Deine Komfortzone. Mache es einmal anders und schon verlässt Du Deine Komfortzone.
  3. Ausreden. Achte mal darauf wann Du Dich mit mehr oder weniger logischen Gründen davon abhältst Dinge zu tun. Für gewöhnlich müsstest Du genau dort Deine Komfortzone verlassen. Gerade wenn es darum geht unsere Komfortzone zu verlassen finden wir oft gut Gründe es nicht zu tun. Sehr beliebte sind z.B. keine Zeit oder kein Geld. Achte mal darauf, wie Du auf Vorschläge anderer reagierst. Welche Gründe hast Du darauf nicht einzugehen? Wie fühlst Du Dich, wenn Du einfach mal ja sagst? Um die Möglichkeit für Ausreden möglichst gering zu halten empfehlen Andreas und ich im Buch jede Übung zu machen.
  4. Angst ist ein sehr guter Hinweis darauf, dass Du Deine Komfortzone verlässt. Dabei gibt es Ängste, die uns bewusst sind und Ängste, die uns nicht bewusst sind. Ich hatte z.B. immer Höhenangst. So nach und nach, durch Fallschirmspringen, Klettern, Houserunning usw. habe ich mich dieser Angst gestellt und somit immer wieder meine Komfortzone verlassen. So richtig wohl fühle ich mich mit der Höhe immer noch nicht, aber meine Höhenangst schränkt mich nicht mehr ein. Noch viel wichtiger finde ich, dass ich bei mir Muster erkannt habe, wie ich reagiere wenn ich Angst habe. So habe ich auch unbewusste Ängste gefunden und erkannt wo ich aus Angst meine Komfortzone nicht erweitern möchte. Z.B. wollte ich nie Seminare geben, bis ich erkannt habe, dass ich einfach nur Angst davor habe. Inzwischen hat mein erstes Seminar stattgefunden und weitere werden folgen.

Warum es gut ist immer wieder Deine Komfortzone zu verlassen ahnst Du jetzt sicher schon. Genauer werde ich Dir das in meinem nächsten Beitrag erklären.

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