Leben mit leichtem Gepäck

Vor fast genau einem halben Jahr bin ich aus meiner 160qm Wohnung in einem kleinen Schloß in Brandenburg in einen 12qm Wohnwagen mitten auf dem Feld gezogen. Zusätzlich habe ich noch eine kleine Wohnung im Nachbarort, die ich als Büro nutze. Einerseits lebe ich damit mal wieder mein Motto “Raus aus Deiner Komfortzone”, andererseits strebe ich auch ein einfaches Leben in der Fülle an. Nach den ersten sechs Monaten kann ich sagen, dass der Umzug ein sehr guter Schritt war, aus verschiedenen Gründen:

  • Ich habe meine Kosten stark reduziert.
    Meine monatlichen Kosten konnte ich durch diesen Schritt um einige hundert Euro reduzieren. Einerseits sind natürlich die Mietkosten sehr viel geringer, andererseits verbrauche ich auch nicht mehr so viel Strom und Wasser.
  • Ich schlafe besser.
    Wie schon gesagt steht der Wohnwagen mitten auf einem Feld. Dadurch gibt es keinerlei Straßengeräusche und auch Licht gibt es nur in klaren Vollmondnächten, die übrigens so hell sind, dass ich lesen kann. Es gibt keinen Elektrosmog, die Luft ist sehr angenehm und da ich nicht ewig am Rechner sitze, bin ich früher im Bett. Mein gesamter Schlafrhythmus hat sich dadurch geändert, zumindest wenn ich zu Hause bin.
  • Ich ernähre mich besser.
    Mit dem Wohnwagen habe ich ca 1000qm gepachtet. Darauf baue ich einiges an Gemüse an. Im letzten Jahr war die Ausbeute noch nicht so groß, aber dieses Jahr sollte das einen Großteil meines Nahrungsbedarfs decken. Aber selbst, wenn ich keine selbstgeernteten Nahrungsmittel zu mir nehme, esse ich sehr viel mehr Salat, Obst und Gemüse als sonst. Ich habe zwar einen Gasherd, aber den nutze ich sehr viel weniger als vorher in meiner Wohnung. Woran das liegt kann ich noch nicht sagen. Vielleicht verleitet das Umfeld dazu.
  • Ich bewege mich mehr.
    Ich bin ein Mensch, der den ganzen Tag vor dem Computer verbringen kann und das meist auch macht. In meiner alten Wohnung habe ich mir da auch nie so richtig drüber Gedanken gemacht. Ich bin aufgestanden und habe mich an den Rechner gesetzt. Zum Essen habe ich mich davon gelöst und dann spät Abends, wenn ich schlafen gegangen bin. Im Wohnwagen habe ich meist gar keinen Impuls mich an den Rechner zu setzen, mal davon abgesehen, dass der meistens im Nachbarort im Büro steht. Es gibt auch noch so viele andere Dinge zu machen. Wer einen Garten hat oder hatte weiß, dass es da immer was zu tun gibt.
  • Insgesamt lebe ich gesünder.
    Ich esse nicht nur gesünder und bewege mich mehr, ich starte auch meistens mit einem Bad im 200m entfernten Bach in den Tag. Der ist auch im Sommer ganz schön kalt und härtet ziemlich ab. Auch die viele Zeit an der frischen Luft und dem vielen Tageslicht haben eine positive Auswirkung auf mich.
  • Mein Leben hat sich vereinfacht.
    Das liegt hauptsächlich an zwei Dingen. Erstens ist Büro und zu Hause wieder voneinander getrennt, das kann ich jedem Selbstständigen sehr empfehlen. Zweitens habe ich nicht mehr so viel ablenkendes um mich. Bei 12qm ist nicht viel Platz für Schnick Schnack. Alles hat seinen Platz und um mich rum sind nur die Dinge, die ich wirklich brauche. Ich muss mir auch keine großen Gedanken über Ordnung machen, denn es gibt nicht viel zu ordnen und wenn ich alles nicht sofort wieder an seinen Platz zurück lege, dann falle ich da ständig drüber. Sozusagen ein sich selbst sehr gut organisierendes System.
  • Ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren.
    All die vorher genannten Punkte helfen mir dabei mich auf das für mich wesentliche zu konzentrieren. Ich kann dafür sorgen, dass es mir auf allen Ebenen gut geht und ich kann meine Karriere als Keynote Speaker für Motivation und Autor voran bringen.

Ok, jetzt kannst Du vielleicht nicht einfach so in einen Wohnwagen ziehen, die Erfahrung kannst Du aber trotzdem machen und das empfehle ich Dir auch. Vielleicht machst Du mal keinen Urlaub in einem Hotel, sondern mietest Dir stattdessen einen Wohnwagen, ein Wohnmobil oder ein Hausboot. Gerade eine Wohnmobil oder ein Hausboot haben noch den zusätzlichen Charme, dass man damit reisen und an den Orten verweilen kann, die einem besonders gefallen. Du wirst sehr schnell merken, mit wie wenig Du auskommst. Das kannst Du auch erleben, wenn Du z.B. in Nepal wandern oder den Jakobsweg gehst. Also immer dann, wenn Du mit Deinem Gepäck von Ort zu Ort gehst und nur so viel mitnimmst, wie Du tragen kannst.

Ich bin ein großer Fan von Abwechslung und dem regelmäßigen Verlassen der Komfortzone. Für einige ist das Leben mit wenig Gepäck sehr einfach, vielleicht machen sie es schon immer so. Für andere ist es eher schwierig. Das gilt meistens aber auch andersrum. Daher empfehle ich beides mal auszuprobieren. Lebe mal ein paar Wochen mit leichtem Gepächt und dann ein paar Wochen mit schwerem Gepäck, was auch immer das für Dich bedeutet. Mit beiden Situationen umgehen zu können ist meiner Meinung nach sehr hilfreich. Ich kann auch beiden Lebensweisen sehr viel abgewinnen. Daher empfehle ich Dir auch nicht das Leben mit leichtem Gepäck, sondern nur, es immer mal wieder in Dein Leben zu integrieren. Meistens führt es dazu, dass man zumindest die unnützen Lasten immer wieder beseitigt.

Das Leben mit leichtem Gepäck hat nicht nur Vorteile. Manchmal nervt es mich, dass ich extra ins Büro fahren muss, um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Ich habe auch keinen wirklichen Raum zum Trainieren mehr. Bei schönem Wetter ist das nicht so schlimm, aber wenn es regnet, schneit oder stürmt, dann macht es mir nicht wirklich Spaß zu Trainieren und es kostet mich sehr viel mehr Willenskraft mich dazu durchzuringen, was oft dazu führt, dass ich es lasse. Auch einfach mal entspannt auf die Couch legen und einen Film schauen geht nicht so einfach. Das muss ich vorher geplant und den Film runtergeladen haben (legal über Amazon Prime). Ich habe keinen Kühlschrank, muss also sehr viel häufiger einkaufen gehen und so gibt es sicher noch einige weitere Nachteile.

Abschließend kann ich nur nochmal sagen, dass es sich wirklich lohnt beide Wege mal auszuprobieren. Mal wirklich pompös, so wie ich im Schloß, und auch mal wirklich ganz einfach zu leben, und wenn es jeweils nur für die Zeit des Urlaubs ist. Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade “Leben mit leichtem Gepäck” teil. Ich werde demnächst immer wieder Beiträge zu meinen Erfahrungen mit dem Leben im Wohnwagen schreiben. Auch werde ich über Permakultur, Persönlichkeitsentwicklung und natürlich die Komfortzone schreiben. Wenn Dich das interessiert, dann melde Dich zu meinem Newsletter an:


3 Kommentare
  1. Birgitta und Alex says:

    HI Sascha,
    unsere Blogparaden-Zusammenfassung ging online!

    VG
    Birgitta und Alex

  2. Philipp says:

    Hallo Sascha,

    ich habe schon öfter gehört, dass sich das Umziehen stark auf das Leben auswirken kann. Freut mich, dass es dir jetzt wieder besser geht.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Philipp

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Sascha von immermehrleben tauschte seine Wohnung gegen einen 12qm Wohnwagen und ist damit sehr glücklich…„Leben mit leichtem Gepäck“ […]

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