Raus da! Der kleine Ausrüstungsguide: Schuhe

Ein Beitrag geschrieben von Christian Klant:

Ich gestehe: Ich bin ein Schuhfetischist. Wenn ich meine eigenen Laufschuhe, Kletterschuhe, Bergschuhe, Orientierungslaufschuhe und was sich sonst noch so findet zusammentrage, dann kommt ein ganz ordentlicher Haufen zusammen. In meiner Zeit als Schuhfachverkäufer habe ich die Beratung sehr genau genommen. Die Schuhwand mit den rund 150 unterschiedlichen Modellen sehe ich noch sehr genau vor mir. Abgesehen von den Kinder- und Damenmodellen hatte ich jeden davon mindestens einmal an meinen Füßen. So wusste ich genau, wie hoch der Schaft, wie breit der Leisten, wie fest die Sohle ist und welche Form die Fersenkappe hat. Ich habe so für jeden Schuh ein Gefühl entwickelt. Als erstes habe ich mir den Fuß des Kunden zeigen lassen und nach dem Einsatzgebiet gefragt. Danach konnte ich meist auf Anhieb das passende Modell in der passenden Größe vorhersagen.

Für mich sind Schuhe mit der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Die hat man am Tag mitunter 12 Stunden und länger an den Füßen. Und die beschweren sich, wenn die Dinger nicht passen. Egal für welches Modell Du Dich entscheidest. Nimm Dir Zeit, eine gute Beratung und laufe sie noch zu Hause ein. So könnt Ihr Euch in Ruhe schon einmal aneinander gewöhnen. Ich bin einmal mit fast neuen Hochgebirgsschuhen zu einer Hütte aufgestiegen – ohne die Fersen zu Tapen. Das Ergebnis sieht man auf dem Bild. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie sich das Anfühlt, wenn man so wieder absteigen will. Und die sahen beide so aus…

Blase am Fuss

Blase am Fuss

Bei Material und Machart gibt es für Freunde des traditionellen Handwerks zwiegenähte Lederschuhe:

Wanderschuh traditionell hergestellt

traditioneller Wanderschuh

und ultraleichte Treter, die fast ohne Nähte auskommen für Freunde der Klebekunst:

High-Tech Wanderschuh

High-Tech Wanderschuh

Für was Du Dich entscheidest ist völlig egal – Hauptsache der Schuh passt zu Deinem Fuß. Leder kann sich im Laufe der Zeit besser an Deinen Fuß anpassen, ist dafür aber etwas schwerer und trocknet nicht so schnell, wie Kunstfasermaterialien.

Es gibt Schuhe mit und ohne wasserdichte Membrane. In der nepalesischen Regenzeit macht eine solche durchaus Sinn. Wer allerdings mit den gleichen Schuhen in der Hitzeperiode durch die Wüste wandern möchte, wird feststellen, dass der Atmungsaktivität Grenzen gesetzt sind. Überlege Dir also, wo Du die Schuhe auch in Zukunft tragen möchtest.

Hoch oder vielleicht doch hoch?

Auf vielen Wegen lauern Steine, Wurzeln und anderes Gezeug, die Deine schreibtischstuhl-trainierten Füße herausfordern. Bist Du es gewohnt, Dich in unwegsamem Gelände zu bewegen, dann reichen Halbschuhe für vieles aus. Solltest Du Dich allerdings auch nur im Ansatz bei dem Gedanken ertappen, dass es vielleicht doch besser wäre hohe Schuhe zu nehmen: Nimm hohe!

Noch ganz dicht?

Wer sich und seinen Sprunggelenken zutraut, mit Rucksack und Halbschuhen durch die Berge zu hüpfen, wird damit sicher seine Freude haben.

Aber Achtung: Der beste Gore-Tex Halbschuh wird mit Begierde all das Wasser auffangen, das von Deiner wunderbaren wasserdichten Hose herunter läuft. Ein tropisch-schmatzend, schäumendes Etwas aus Regenwasser und all dem, was Deine Socken bisher für sich behalten haben wird in Deinen Schuhen mit Zuverlässigkeit dafür sorgen, dass Deine Füße aufweichen und sich noch einmal genau überlegen, wo sie Dir eine bisher unbekannte Stelle für Blasen aller Art zeigen können.

Und nur um es klarzustellen: Wenn es zu warm für eine Regenhose ist oder Du sowieso immer kurz durch die Gegend läufst, kann das mit hohen Schuhen selbstverständlich auch so gehen.

Also: Wenn schon wasserdichte Schuhe, dann auch bis nach oben weiter denken und einmal schauen, was der Dachdecker mit den Dachziegeln macht. Die liegen nämlich aus gutem Grund so übereinander geschichtet.

Socken mit System

Bei einem Blick auf die Preise von Trekking-Socken wird mir manchmal schwindelig. Das müssen ja wahre Meister ihres Faches sein. Manche sind das sicher auch. Bei den Socken gilt das gleiche wie ich oben schon zur restlichen Bekleidung geschrieben habe: Don’t mix.

Die Tennissocken aus Fottee-Baumwolle dürfen gerne zu Hause darauf warten endlich mit den geliebten Sandalen das deutsche Klisché zu bestätigen. Mischgewebe bieten hingegen guten Tragekomfort und vor allem dauerhafte Passform.

Für mich hat sich bei den Socken ein Zwei-Schichten-System als hervorragend herausgestellt. Dazu nehme ich ein paar sehr dünne Socken als Liner und trage darüber ein Paar mitteldicke Trekkingsocken. Das hat zwei Vorteile. Zum einen braucht man weniger von diesen sauteuren Trekkingsocken und kann die Liner-Socke wechseln und waschen, während die Trekking-Socke mit einem weiteren Paar Liner noch weiter getragen werden kann. Zum anderen bilde ich mir ein, dass so die Reibung eher zwischen Socken und Socken und nicht zwischen Socken und Fuß entsteht. Das reduziert Blasen und sorgt für freudiges Wandern.

An dieser Stelle eine klare Empfehlung für die zweite Sockenschicht: Die Firma‚ Fanny Veith stellt Wollsocken in unterschiedlicher Dicke her, die durch einen Polyamid- und Elastan-Anteil eine richtig gute Passform bekommen. Ich habe einige Hersteller durchprobiert und noch kein Fabrikat gefunden, das so formstabil ist, und das über Jahre und viele Maschinenwäschen hinweg. Ein klares: Strong buy!

Wer noch mehr über Schuhe lesen möchte, der kann hier mal nachschauen oder einen Kommentar schreiben. Ich lasse mir dann wieder etwas einfallen 🙂

Kommentar:

Du findest Christian bei Facebook und über seine Webseite.

In den nächsten Wochen erscheinen weitere Beiträge von Christian zu Themen wie Rucksäcke, Zelte und so weiter. Melde Dich einfach zum Newsletter an und Du bekommst sofort eine Nachricht, wenn die nächsten Beiträge erscheinen:

Raus da! Der kleine Ausrüstungsguide: Kleidung

Auf geht es zum ersten Thema: Den Klamotten. Gerade bin ich aus Schweden von der Fjällräven Classic zurück und ich bin froh, dass ich mir vor meiner Abreise einige Gedanken über die passende Kleidung gemacht habe…

Wer nicht nur nackt herumlaufen möchte, wird spätestens beim Packen für die große oder kleine Reise mit den Überlegungen konfrontiert, was in die Tasche oder den Rucksack soll. Steigen wir dazu einmal etwas grundsätzlicher ein – das lohnt sich.

Die Zwiebel hat’s erfunden

Immer die passende Jacke, den passenden Pullover für jede Temperatur dabei zu haben, ist unterwegs bisweilen eine Herausforderung und außerdem auch gar nicht notwendig. Ich weiß zwar nicht, welche Gedanken sich die Zwiebel bei ihrer Entwicklung gemacht hat, doch es hat dazu gereicht, dass nach ihr ein grundsätzliches Bekleidungsprinzip benannt wurde.

Wer möchte, kann seit dieser grandiosen Erfindung seine Kleidung modular in Schichten einteilen. Die erste Schicht wird direkt auf der Haut getragen, die zweite sorgt je nach Temperatur und Temperaturempfinden für die Isolierung und die dritte hält das Wetter ab. Und nu? Jetzt erst mal überlegen wo es hin geht, wie warm/kalt, nass/trocken es dort ist.

Ich habe mir ja Nepal als Beispiel heraus gesucht. Und dieses Land bietet da eine große Bandbreite. In Kathmandu schwimmt man durch schwüle und durch Abgase angereicherte Luft. Dort reichen meist kurze Hosen und T-Shirt (und das ist hier kulturell auch in ordnung). Geht es in die Berge wird die Luft schnell dünner, klarer und kälter. In der Regenzeit kommen regelmäßige Regengüsse dazu.

Eine Regenjacke als dritte Schicht, bietet sich dann schon an. Und für die Wärme ein bis zwei Schichten aus Fleece. Wenn es richtig kalt wird, ist eine Daunenjacke unschlagbar. Aber nur, wenn es auch richtig knackig kalt ist, denn Daune ist sehr feuchtigkeitsempfindlich. Bei milderen Temperaturen sind Jacken mit einer Kunstfaserfüllung eine gute Alternative.

Diese Schichten lassen sich dann je nach Bedarf übereinander ziehen – die Zwiebel eben.

Don’t mix!

Polyester und andere Kunstfasern sind nicht cool. Sie trocknen schneller als Naturfasern. Wer schon einmal mit einem nass geschwitzten T-Shirt im Wind stand, weiß sehr genau was der s. g. Wind-Chill Effekt ist. Für die erste Schicht hat sich für mich daher ausschließlich Kunstfaser durchgesetzt. Ausschließlich? Nicht ganz. Eine Alternative stellt z. B. die Unterwäsche aus Merinowolle von Icebreaker dar. Wolle wärmt noch erstaunlich gut, wenn sie nass geworden ist, trocknet aber langsamer als Kunstfasern. Letztere können nämlich keine Feuchtigkeit in der Faser selbst aufnehmen.

Wer den Träger von Kunstfaserwäsche finden will, muss nur seiner Nase folgen. Trotz Silberionen und anderem Schnickschnack fängt diese schon nach kurzer Zeit an ihren ganz eigenen charakteristischen Duft zu verbreiten. Hier gibt es zwar auch Ausnahmen, doch in diesem Punkt ist die Merinowolle klar überlegen. Auch nach einer Woche Staub von außen und eifriger Transpiration von innen kann man es zumindest selbst noch ganz gut aushalten.

Was sicher für verzogene Gesichter sorgt ist Baumwolle. Vor allem, wenn man ein klitsch nass geschwitztes Baumwoll-Shirt unter der Gore-Tex Kleidung trägt. Das bringt nix außer dem stetigen Wunsch sich dieses nassen Lappens entledigen zu wollen. Und bitte auch bis zur Unterhose weiter denken. Die tolle Trekkinghose aus robustem Funktionsmaterial bringt nicht viel, wenn man das Gefühl hat eine nasse Windel aus Baumwolle zu tragen. Eine Funktionsunterhose ist dann ein kleines, aber feines Detail. Also: Don’t mix Kunst- und Naturfasern (Einzige Ausnahme: Die oben beschriebene Merinowolle)

Auch noch ein Punkt: Die Farbe. Der weiße Schlüpfer verwandelt sich nach einer Weile wie von selbst in eine Tigerunterhose. Vorne Gelb – hinten braun. Damit das gute Stück dieses Geheimnis für sich behält, könnte man auf die Idee kommen gedecktere Farben (nicht nur für die Unterwäsche) zu wählen.

Trocken bleiben

Wenn es draußen nass wird, ist es angenehm drinnen trocken zu bleiben. Dafür haben sich die Outdoor-Hersteller allerhand tolle Dinge einfallen lassen. Das bekannteste ist wohl die Gore-Tex Membran. In unterschiedlichen Versionen sorgt diese semipermeable Membran dafür, dass Wasserdampf von innen nach außen diffundieren, aber kein Wasser in die Jacke eindringen kann. Ähnliche Membranen und Beschichtungen gibt es auch von anderen Herstellern. Allen gemein ist die Atmungsaktivität. Die hängt von einigen Faktoren ab, die häufig vernachlässigt werden. Daher hier ein kurzer Ausflug dazu:

Mit wenigen Ausnahmen kann aus der Kleidung nur Wasser in Form von Dampf austreten. Je größer das Temperaturgefälle und je höher die Feuchtigkeitsdifferenz von innen und außen ist, desto besser funktioniert das. In den feucht warmen Tropen ist die Jacke zwar noch dicht, aber mit der Atmungsaktivität ist es nicht mehr weit her. Viel macht auch die Imprägnierung aus. Saugt sich das Außenmaterial voll, ist es für die Membran außen sehr nass und die Atmungsaktivität geht rapide zurück. Also: Immer schön imprägnieren!

Bei der Konstruktion gibt es unterschiedliche Modelle. Je aufwändiger eine Jacke gebaut ist, desto schwerer ist sie häufig auch. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich nur selten längere Zeit im Regen laufe. Deswegen habe ich mir eine kleine und sehr leichte Jacke zugelegt, die quasi nur als Backup im Rucksack schlummert.

Dies alles lässt sich natürlich auch auf eine regendichte Hose übertragen. Zum Trekken in Nepal macht eine ganz andere Hose Sinn, als für einen Eisklettertrip. Auch hier hat sich für mich ein sehr leichtes Modell als praktisch erwiesen. Mit leicht meine ich bei der Jacke unter 500 und bei der Hose unter 300 Gramm. Das hier sind z. B. meine Favoriten:

Jacke: Patagonia Strech Ascent Jacked (440 Gr.) – Das ist übrigens die erste wirklich gute Jacke aus Recycling-Material!

Hose: Berghaus Paclite Pant (200 Gr.) – Im mitgelieferten Packsäckchen ist die so groß wie eine Orange.

Aus was genau sollte nun die Kleidung für Dich sein? Die Antwort darauf kannst Du Dir nur selbst nur geben. Überlege Dir, was Du von Deiner Unterwäsche und Deinem Regenschutz erwartest und wähle entsprechend. Wichtig sind Passform und Funktion. Alles andere ist Marketing.

INFO: Wer noch tiefer einsteigen möchte, findet hier weitere Infos zu den einzelnen Schichten:

1. Schicht
2. Schicht
3. Schicht

Wenn Du jetzt noch wissen möchtest, was der Unterschied zwischen Hard- und Softshell ist, dann schreibe einen Kommentar. Ich schau dann mal, was mir dazu einfällt.

Melde Dich am Besten auch gleich zum Newsletter an, damit Du gleich über die nächsten Teile dieses Ausrüstungsguides zu informiert wirst:

Ziele setzen vs. Träume leben

In meinem Artikel „Getting Things Done – Wie Du Dinge wirklich zu Ende bringst“ hatte ich schon angedeutet, dass Ziele setzen nicht wirklich gut funktioniert, bzw. einige Kriterien erfüllt sein müssen, auf die sonst eher selten eingegangen wird. Den meisten ist inzwischen bekannt, dass Ziele messbar, positiv, durch Dich selbst erfüllbar, terminiert usw. sein sollten. Dies sind zwar Kriterien, die der Erreichung des Ziels dienen, meiner Meinung nach aber nicht die wichtigsten Kriterien.

Ziele helfen uns klarer zu definieren was wir wollen, so dass wir auch den Weg, der uns dort hin führt, leichter erkennen. Das hört sich erstmal ganz logisch an. Auch ein Ziel messbar, positiv und mit einem konkreten Zeitrahmen zu formulieren und dabei darauf zu achten, dass man das Ziel auch aus eigener Kraft erreichen kann, hört sich gut an. Ich habe inzwischen viele Menschen kennengelernt, die sehr genau wussten, wie man sich angeblich Ziele richtig setzt. Trotzdem haben diese Menschen Ihre Ziele oft nicht erreicht.

Ziele setzen funktioniert nicht

Ein Freund von mir hat als Immobilienmakler gearbeitet und war mit seiner finanziellen Situation unzufrieden. Ich wies ihn darauf hin, dass er in einer super Situation ist, denn er hat seine Finanzen selber im Griff. Verkauft er mehr Häuser, verdient er mehr, ganz einfach. Da er während seines Studiums Zielsetzungsseminare gegeben hatte, war der nächste Schritt klar. Er hat sich ein Ziel gesetzt. Um es vorwegzunehmen, das Ziel hat er nie erreicht. Von außen betrachtet hat er einfach nicht genug dafür getan, um sein Ziel auch zu erreichen. Man könnte sagen er war faul. Das ist allerdings sehr oberflächlich und nicht genau hingeschaut.

Wenn man genauer hingeschaut hat, dann konnte man erkennen, dass er diesen Job nur hatte, weil er dachte er braucht einen Job und da kann man gut verdienen, wenn man sich genug anstrengt. Ansonsten hat ihm der Job keinen Spass gemacht und teilweise widersprach der Job einigen seiner moralischen Vorstellungen. Meiner Erfahrung nach hätte er das Ziel erreichen können, hätte dafür aber einen Preis zahlen müssen. Sehr oft werden Menschen zum Beispiel krank, wenn sie ein Ziel verfolgen, welches eigentlich nicht zu ihnen passt. Der Körper ist sowas wie eine Warnlampe und warnt uns vor jeglicher ungesunder Lebensweise, auch wenn es „nur“ ist, dass wir nicht unser Potential, unsere Träume leben.

Vor zwei drei Monaten hat er sich dann trotz starker Ängste überwunden seinen Job zu kündigen und das zu machen, was er sowieso schon lange machen wollte. Und plötzlich musste er sich gar keine Ziele mehr setzen. Der Weg war klar und er brauchte auch keine anderen Tricks. Seit dem steht er freudestrahlend auf, hat sich in WordPress und HTML eingearbeitet, um seine Homepage zu gestalten und hat seine ersten Kunden. Inzwischen geht alles fast wie von selbst. Natürlich muss er immer noch arbeiten, teilweise auch sehr viel mehr als vorher, aber es macht ihm Spass und gibt ihm Energie. Es ist auch nichts mehr zu sehen von angeblicher Faulheit.

Träume/Berufung finden statt Ziele setzen

Mein Freund hat scheinbar seine aktuelle Berufung gefunden und lebt seinen Traum. Natürlich muss er trotzdem Hindernisse überwinden, sich zum Beispiel in HTML und WordPress einarbeiten, aber das macht ihm Spass, weil er es nicht nur für ein Ziel, sondern für seinen Traum macht. Es geht ihm nicht darum 100.000 Euro auf dem Konto zu haben bis 31.12.2012, sondern er möchte seinen Traum leben und weiß genau wie das dann aussieht und sich anfühlt. So ist er motiviert auch Dinge zu tun, die er für seinen Immobilienjob vermutlich nie getan hätte.

Wie Du Deine Berufung finden kannst, das ist nochmal ein ganz eigenes Thema, dem ich einen Teil meines Workshops „Träume Dein Leben, lebe Deinen Traum“ widme. Außerdem habe ich zu dem Thema einen Beitrag in der Einfach Ja geschrieben, den ich eingescannt habe und den Du hier lesen kannst: „Sich von der Berufung finden lassen“ Und ich schreibe zu diesem Thema gerade an einer Artikelserie. Am Besten Du meldest Dich zum Newsletter an, dann erfährst Du sofort, wenn ich die Serie fertig online gestellt habe:

Raus da! Der kleine Ausrüstungsguide – Einleitung

In den letzten Jahren bin ich mehr und mehr gereist. Am Anfang hatte ich das Problem, dass ich nicht wusste, was ich alles mitnehmen muss und was nicht. So bin ich teilweise mit 30 Kilo Gepäck gereist, nur um dann nach 4 Wochen festzustellen, dass ich erstens nur einen Bruchteil gebraucht habe und zweitens, dass es fast überall günstig möglich ist die Sachen waschen zu lassen. So habe ich nach und nach ein Konzept entwickelt, was ich unbedingt dabei haben muss und was ok ist dabei zu haben. Das erlaubt es mir bei meinen Touren in Nepal mein Gepäck komplett selber zu tragen, da es mit Büchern nur ca 11 Kilo wiegt und selbst da könnte ich noch einiges weg lassen.

Es gibt aber Leute, die sich noch viel länger mit dem Thema Ausrüstung beschäftigen und die noch sehr viel mehr gereist sind als ich und das unter extremeren Umständen. Einer davon ist Christian Klant, ein guter Freund von mir. Nachdem er letztes Jahr in Nepal war, hat er begonnen einen Ausrüstungsguide zu schreiben und da habe ich ihn gefragt, ob ich diesen Guide in meinem Blog veröffentlichen darf. Er war sofort begeistert und so wird es über die nächsten Wochen eine Serie zum Thema Ausrüstung auf Reisen geben. An manchen Stellen werde ich seine Empfehlungen noch mit meinen Erfahrungen ergänzen.

Damit Du etwas mehr über Christian weißt, habe ich ihn interviewt. Das Interview findest Du hier:

SB: Christian, wer bist Du, was machst Du so?
CK: Ich bin Fotograf und lebe in Berlin. In einem früheren Leben habe ich BWL studiert und als Berater gearbeitet. Wenn ich heute mal keine Kamera in der Hand habe, genieße ich es draußen zu sein und Sport zu treiben. Eisklettern im Winter, fremde Kulturen entdecken, Orientierungslauf und Marathon in der Großstadt. Manchmal verbinde ich das auch und mache ein paar schöne Fotos davon.
SB: Wie kommt es dazu, dass Du hier etwas über Ausrüstung für die großen und kleinen Abenteuer schreibst?
CK: Als Schüler und Student habe ich bestimmt über 10 Jahre in Outdoorläden gearbeitet. So war ich stets an der Quelle für gute Ausrüstung und konnte meine Erfahrungen aus zahlreichen Touren an die Kunden weitergeben.
SB: Was waren das für Touren?
CK: Als Schüler bin ich mit guten Freunden quer durch Europa gezogen. Mit dem Rucksack auf dem Rücken habe ich an den Wochenenden und in den großen Ferien wohl mehr Zeit im Schlafsack, als in meinem Bett verbracht – wunderbar. Im Studium habe ich mir dann mal eine Auszeit genommen und bin ein Jahr durch die Welt gereist. Eine Expedition in Peru mit Erstbesteigungen in einem bis dahin unerschlossenen Felsklettergebiet und die Besteigung eines sehr abgelegenen 6000ers waren der Auftakt für ein ereignisreiches Jahr.
SB: Über was genau möchtest Du hier schreiben?
CK: Einige teils amüsante Beobachtungen auf dem Nepal-Trek im August 2010 haben mich dazu angeregt einen kleinen, pragmatischen Ausrüstungsguide zusammen zu fassen. Dank meiner Umtriebigkeit habe ich für den jeweiligen Einsatzzweck die für mich passende Ausrüstung und Kleidung gefunden. Damit Du vor Deiner nächsten Tour schon vom Sofa aus überlegen kannst, worüber Du Dich später nicht mehr ärgern darfst, schreibe ich hier einfach, was Dich dabei unterstützt.
Die Welt ist groß, und soweit ich weiß einigermaßen rund. Irgendwo ist deswegen immer Sommer und es soll Orte geben, an denen es nur zu regnen scheint. Ich werde mich als Beispiel auf die Bedingungen in Nepal beschränken, und die sind schon vielfältig. Wer also barfuß die Australischen Wüsten durchwandern, oder als erster mit dem Bobby Car den Everest abfahren möchte, der sollte sich noch einmal genauer überlegen, was dafür hilfreich ist – oder auch nicht.
SB: Über welche Themen dürfen wir uns hier freuen?
CK: Ich habe mir überlegt über all das, was man bei einem Treck in Nepal braucht, thematisch etwas zu schreiben. Den Anfang machen die Klamotten, weiter geht es mit Schuhen und Socken. Anschließend machen wir einen Ausflug in den Rucksack-Komplex und zu Zelten. Als Fotograf darf natürlich ein Foto-Spezial nicht fehlen. Die kleinen Helferlein und Nützlichkeiten bekommen einen eigenen Beitrag.
SB: Bevor es los geht: Was wird Deine nächste Tour sein?
CK: Morgen geht es nach Schweden zur Fjällräven Classic. Das ist so Mischung aus Adventure Race und Trekking Tour. 110 km, die man ganz nach belieben in einem Stück durchlaufen kann, oder entspannt in einigen Tagen wandert. Ich bin schon sehr gespannt auf das Wetter. Das Ganze findet nämlich ein gutes Stück nördlich des Polarkreises statt. Es ist zwar gerade Sommer und dennoch sind von -5 bis +20 Grad alles drin. Das wirkt sich dann natürlich auch auf die Ausrüstung aus. Und da sind wir ja auch gleich wieder beim Thema, denn im ersten Beitrag geht es um die Kleidung. Frieren ist schließlich uncool.

Kommentar SB:
Du findest Christian bei Facebook und über seine Webseite

Damit Du immer gleich weißt, wenn der nächste Teil des Ausrüstungsguides erschienen ist, melde Dich hier zum Newsletter an:

Getting Things Done – Wie Du Dinge wirklich zu Ende bringst.

Spätestens nach dem gleichnamigen Buch von David Allen sind die drei Worte „Getting Things Done“ sehr weit verbreitet. Ob seit dem Erscheinen seines Bucher mehr Menschen ihre Projekte beendet haben weiß ich leider nicht. In meinem Bekannten- und Kundenkreis habe ich allerdings beobachtet, dass die, die vorher schon gut darin waren ihre Projekte auch abzuschließen, es nach dem Buch noch besser geschafft haben, sich allerdings bei denen, die es vorher nicht geschafft haben, durch das Buch nicht wirklich etwas verändert hat. Meiner Beobachtung nach enthält das Buch tolle Techniken, die man allerdings auch anwenden muss und da haben gerade die, die von dem Buch am Meisten profitieren sollten, ein Problem mit.

Ähnliche Beobachtung habe ich auch mit Zielen gemacht. Ziele setzen mag ja ganz sinnvoll sein, aber für viele funktioniert ein Ziel allein nicht. Wenn das Ziel nicht passt, dass man sich bewusst dafür entscheidet heißt noch nicht, dass es auch passt, werden die Ziele nicht mit voller Energie verfolgt und sehr oft nicht umgesetzt.

Also, wenn Techniken und Ziele nicht dafür sorgen Projekte zu Ende zu bringen, was kann dann dafür sorgen?

Ich habe bis jetzt genau 2 Methoden gefunden, die meiner Erfahrung nach immer funktionieren. Eine kurzfristige und eine langfristige.

Eine kurzfristige Methode, um Dinge zu Ende zu bringen, die zu 100 Prozent funktioniert

Die kurzfristige Methode ist ganz einfach. Sie hat mich schon mehrmals zum Ziel und zum Erfolg gebracht:

Setze jemanden neben Dich, der aufpasst, dass Du Deine Arbeit machst.

Das erste Mal habe ich erlebt wie gut das funktioniert, als ich mit Andreas zusammen unser Buch „Raus aus Deiner Komfortzone“ geschrieben habe. Wir haben uns eine Woche zusammen gesetzt und nur an dem Buch gearbeitet. In der Woche haben wir das Buch fast komplett fertig bekommen. Da Andreas in Stuttgart und ich in Berlin wohne, hat es dann leider wieder einige Zeit gedauert, in der wir nichts an dem Buch gemacht haben. Irgendwie waren wir Beide mit genügend anderen Projekten beschäftigt. Irgendwann hat es uns gereicht und wir haben wieder eine gemeinsame Woche vereinbart, in der wir dann das Buch fertig gestellt haben.

Das zweite Mal habe ich die erfolgreiche Anwendung dieser Methode bei einem Freund gesehen. Er hatte einen eher unzuverlässigen Programmierer, der allerdings sehr gut war. So hat sich mein Freund entschieden sich jede Woche einige Stunden mit ihm zusammen zu setzen und mit ihm zusammen die Programmierung zu machen. Das hatte den zusätzlichen Vorteil, dass er gleich Feedback geben konnte, wenn etwas doch nicht ganz so gut war wie ursprünglich gedacht.

Und inzwischen erlebe ich den Erfolg dieser Methode jede Woche. Ich leiste mir eine Assistentin, mit der ich einmal pro Woche zusammen arbeite. Dabei setze ich sie direkt neben mich. So kann sie sehen was ich mache und ich sehe was sie macht. Sie kontrolliert mich zwar nicht, aber so bald ich zum Beispiel Facebook auf mache, bekomme ich ein eigenartiges Gefühl und widme mich gleich wieder meinen Aufgaben. Natürlich erledigt sie auch einige meiner Aufgaben und ist so eine große Unterstützung für mich, aber allein ihre Anwesenheit und meine dadurch erhöhte Produktivität ist das Geld, welches ich ihr zahle, mehr als wert. An unseren gemeinsamen Arbeitstagen schaffe ich oft mehr als im Rest der Woche.

Falls Du Dir keine Assistentin/keinen Assistenten leisten kannst, dann suche Dir vielleicht einfach einen Freund, der ein ähnliches Problem hat wie Du und verabredet Euch für einen Tag oder ein paar Stunden gemeinsames arbeiten. Setzt Euch dabei direkt nebeneinander, so dass Ihr Euch gegenseitig auf den Monitor schauen könnt. Vielleicht macht Ihr auch aus, dass jedes Mal, wenn einer Facebook, Youtube oder ähnliches öffnet, er 1 Euro in die Kaffeetasse schmeißt. So habt Ihr eine Motivation Euch gegenseitig nicht die Nachlässigkeiten durchgehen zu lassen. Vielleicht besprecht Ihr am Anfang der gemeinsamen Arbeitszeit auch, was Ihr schaffen wollt. So habt Ihr auch gleich eine gegenseitige Kontrolle, dass Ihr wirklich an den wichtigen Dingen arbeitet und nicht einfach nur so vor Euch hin arbeitet, ohne wirkliches Ergebnis. (Auch das gibt es sehr häufig, dass man zwar den ganzen Tag arbeitet, aber eigentlich doch nichts schafft.)

Noch besser ist es, wenn Du jemanden findest, der schon hoch produktiv ist und seine Projekte voran treibt und zu Ende bringt. So jemanden neben sich zu haben wirkt noch intensiver. Außerdem wird er sehr wahrscheinlich eine Menge an Erfahrungen haben, denn solche Menschen sind meistens auch erfolgreich. Du würdest da also auf noch weiteren Ebenen profitieren.

Zur Unterstützung dieser Methode kannst Du dann all die Techniken einsetzen, die in dem Buch „Getting Things Done“ und ähnlichen Büchern stehen. Am Liebsten benutze ich die sortierte ToDo-Liste. So habe ich meine Projekte und Aufgaben immer griffbereit und weiß woran ich arbeiten will oder muss.

Eine langfristige Methode um Dinge zu Ende zu bringen.

Wie oben schon erwähnt scheinen Ziele nicht immer zu funktionieren. Was meiner Erfahrung nach funktioniert sind Visionen oder Träume. Wir beschäftigen uns sehr gerne mit dem, was uns Spass macht, was unsere Phantasie, unsere Träume anregt. Wir müssen uns dazu nicht zwingen oder extra motivieren. Wir müssen uns auch keine ToDo Listen schreiben. Wir wissen wann wir was machen müssen. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Fussballfan den Spieltermin seiner Lieblingsmannschaft vergessen hätte. Auch die Karten für das Stadion sind immer rechtzeitig gekauft. Da wird nichts aufgeschoben oder so.

Warum sind wir dann in anderen Bereichen nicht so produktiv, bzw. zielstrebig? Ich denke, das liegt daran, dass wir nicht unsere Vision, nicht unseren Traum leben. Leider ist es für viele nicht ganz so einfach den eigenen Traum zu finden und selbst wenn sie ihn gefunden haben, dauert es oft eine Weile, bis sie ihn dann auch tatsächlich anfangen zu leben. Sie schaffen es meist nicht so einfach aus ihren alten Mustern heraus zu kommen.

Auch mit einer richtig guten Vision gelingt es meiner Erfahrung nach den Meisten nicht sofort die Dinge, die sie sich vorgenommen haben auch umzusetzen. Auch da sind die meisten Techniken hilfreich, aber sie garantieren noch nicht automatisch einen Erfolg. Das Schöne an einer Vision ist allerdings, dass sie im Hintergrund immer da ist und man so immer wieder an das Projekt ran geht und es ein bisschen weiter voran treibt. So gewinnt es mehr und mehr an Fahrt und wird dann schließlich doch fertig. Am Besten ist es, wenn Du Deine Vision mit der kurzfristigen Methode kombinierst.

Da ich festgestellt habe, dass es für viele Menschen eher schwierig ist ihre Träume bzw. Visionen zu finden und diese dann auch zu leben habe ich einen Workshop kreiert, in dem ich diesen Menschen dabei helfe. In den ersten Tagen widmen wir uns der Visionsfindung und in den darauf folgenden 90 Tagen helfe ich Dir den Stein ins Rollen zu bringen und die Vision wahr werden zu lassen.

Die ersten vollendeten Projekte verändern Dein Leben

Wenn Du mit der kurzfristigen Methode die ersten Erfolge feierst wirst Du etwas feststellen. Dir gelingt es immer besser auch allein an Deinen Projekten dran zu bleiben und sie zu beenden. Für mein Buch habe ich zum Beispiel 3 Jahre gebraucht von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Veröffentlichung. Für mein erstes Seminar habe ich ca. 1 Jahr gebraucht. Für mein zweites nur noch 3 Monate. Inzwischen schiebe ich mehrere Projekte gleichzeitig an und bringe sie auch zu Ende. Und falls ich doch mal ins Straucheln komme, setze ich einfach wieder meine Assistentin neben mich.

Ich habe noch keine Erfahrung, ob das nur bei mir so ist, dass ich da scheinbar etwas grundlegend verändert habe und die Fähigkeit gewonnen habe, Dinge zu Ende zu bringen. Mich interessiert, ob das auch anderen so geht. Falls Du da ähnliche oder gegenteilige Erfahrungen gemacht hast, dann freue ich mich über einen Kommentar von Dir.

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat und Du gerne mehr lesen und immer über meine neuesten Beiträge, auch auf anderen Seiten und in anderen Medien informiert werden möchtest, dann trage Dich einfach in meinen Newsletter ein: